Viel Grün auf dem Blauburgunderweg

Im August macht die Männerriege jeweils eine Wanderung. Dieses Mal führte sie in das Klettgau, dem Weinbaugebiet des Kantons Schaffhausen, auf den Panoramaweg Blauburgunderland.

Bis zum Ausgangspunkt der Wanderung versteckten sich 17 Männer im Grün der Männerriege hauptsächlich coronakonform hinter blauen Masken, schliesslich war man im ÖV unterwegs. Mit Verlassen des Busses auf der Siblingerhöhe herrschte aber wieder Normalität, es standen rund 15 km auf den Hügelkuppen des Schaffhauserlandes bevor. Die Wetterbedingungen waren geradezu ideal: Auf der Anreise hatte es teilweise noch heftig geregnet, dann trocknete es aber ab und am Nachmittag herrschte schönes Wetter. Und der Regenschauer vor der Mittagspause hatte den Vorteil, dass die Weindegustation im ‚Räbhüsli‘ nathlos in das Mittagessen überführte – mitten im Weinberg, geschützt unter einem Dach.

An der Kirche von Hallau vorbei erreichten alle nach etwa 3,5 Stunden das Ziel Trasadingen. Der Weg führte vorwiegend durch Weinberge, es handelt sich hier auch um das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Deutschschweiz. Die Römer haben wahrscheinlich bereits in dieser Gegend Weinbau betrieben, im grossen Stil haben dann die Nonnen und Mönche den Weinbau gepflegt und gefördert; sie benötigten den Wein für die Gottesdienste, zudem hatte jeder Benediktinermönch das Anrecht auf seine tägliche Portion Wein. Das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen hat um das Jahr 1100 bereits Rebberge in Hallau besessen. Vor rund 400 Jahren betrug die Anbaufläche etwa 1000 Hektaren, heute sind es etwa halb so viele Hektaren.

Geschichtlich noch weiter zurück gehen die Versteinerungen, die sich in offenen Ackerflächen ohne Aufwand finden liessen. Es sind dies Ammoniten, Belemniten, Muscheln – und mit Glück – auch Haifischzähne.

Noch mehr Geschichte gab es für Interessierte vor dem Nachtessen in Schaffhausen. Auf einer kleinen Stadtführung konnte die Schönheit der Altstadt mit dem Haus zum Ritter, dem Kloster Allerheiligen samt der Schillerglocke, dem Carl Stemmler Museum und dem Spruch: Lappi tue d Auge uf bestaunt werden.

Für die Rückreise hiess es dann wieder Maske auf. In einem Jahr braucht es den Mundschutz dann hoffentlich nicht mehr. / HS