Neue Mobilfunkanlage an der Oltnerstrasse

In Gretzenbach laufen zurzeit zwei Begehren, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Komfort dank technischer Entwicklung versus Gesundheit des einzelnen Menschen. Kann Gretzenbach einen für beide Seiten vertretbaren Weg aufzeigen?

Im Niederämter vom 8. Februar 2018 ist das Baugesuch für eine neue Mobilfunkanlage an der Oltnerstrasse 24 in Gretzenbach publiziert. Bauherrin ist die Salt Mobile SA. Einsicht in die Pläne kann auf der Gemeindeverwaltung genommen werden, die Einsprachefrist dauert bis zum 22. Februar.

Auf der Webseite des Bundesamtes für Kommunikation BAKOM hat es eine Übersichtskarte aller bereits vorhandenen Antennen in der Region. Eingetragen sind Mobilfunkantennen GSM, 3G und 4G, sowie die Rundfunkstationen. In Gretzenbach befindet sich bereits eine Anlage, ebenfalls an der Oltnerstrasse. Diese ist für GMS, 3 G und 4 G ausgelegt. (Siehe Kartenausschnitt). Die Karte ist auffindbar unter: https://www.bakom.admin.ch/bakom/de/home/frequenzen-antennen/standorte-von-sendeanlagen.html

Eine Umfrage vom Februar 2016 von comparis.ch zeigte, dass 78% der Schweizer Bevölkerung – das sind fast 5 Millionen Menschen – ein Smartphone benutzen. Gegenüber früheren Jahren hat sich die Zuwachsrate an neuen Geräten abgeflacht, das Handy hat sich aber unbestritten seinen Platz in unserem Leben genommen. Und damit Smartphones ihren Dienst leisten können, braucht es Mobilfunkanlagen.

Auf der anderen Seite werden im Dorf Unterschriften gesammelt für eine Petition zu Handen des Bundesrates, die ‘antennenfreie Zonen im Siedlungsgebiet der Schweiz’, verlangt. Die vollständige Petition kann aufgerufen werden unter: https://www.funkstrahlung.ch/index.php/aktivitaeten/petition

Ist der neue Standort ausserhalb des eigentlichen Wohngebietes nun eine Belastung für die Bevölkerung? Oder ist er geradezu ideal ausgewählt? Sind langwierige Verfahren zu erwarten, wie sie in vielen Dörfern bereits stattgefunden haben? Ist ein Kompromiss für diese beiden so verschiedenen Standpunkte möglich?

Tatsache ist: Im letzten Jahr ist auf einen Vorstoss von Fokus Gretzenbach hin im Schulhaus eine abschaltbare WLAN-Anlage installiert worden, um die Strahlenbelastung möglichst tief zu halten. Denn es gibt auch in Gretzenbach Menschen, die unter Elektrohypersensitivität leiden. Könnte eine Abschaltung während bestimmten Phasen auch bei einer Mobilfunkanlage möglich sein? Könnte dies ein Gewinn für beide Seiten sein? Die Diskussion ist eröffnet. /  HS