Der Bankomat bleibt im Dorfe

Wird man auch in Zukunft Geld im Dorf beziehen können oder muss man deswegen bis in den Grund hinunterlaufen? Diese Frage beschäftigte seit mehr als einem Jahr Gretzenbach. Die Antwortet lautet: Bis auf weiteres bleibt er am alten Standort.

An der Generalversammlung im März 2019 fragte ein Genossenschafter, ob es stimme, dass der Bankomat vom alten Standort neben dem Spar in den Grund gezügelt werden solle. Die Antwort war ein Ja und danach herrschte grosse Aufregung, weil besonders für ältere Menschen dies ein sehr ungünstiger Standort sei.

Nun, mehr als ein Jahr später ergab eine Rückfrage bei Stefan Scherer, Präsident des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Däniken – Gretzenbach:

‘Der Bankomat wird bis auf Weiteres am gewohnten Standort weiter betrieben, solange dieser den sicherheits- und abwicklungstechnischen Anforderungen genügt. Wir gehen zum heutigen Zeitpunkt davon aus, dass dies noch einige Jahre der Fall sein sollte und der Hersteller allfällige Anpassungen und Reparaturen gewährleisten kann.’

Zum Umdenken hat geführt, dass u.a. die Baukommission der Einwohnergemeinde Gretzenbach den vorgesehenen neuen Standort nicht bewilligte und die Parkplatzbenutzung vor den Einkaufsgeschäften im Grund einer Verkehrsbegrenzung unterliegt. Der Bankomat hätte sicher zu einer Erhöhung des Verkehrsfrequenz geführt, was zur Überschreitung der maximalen Fahrzeugdurchfahrten hätte führen können.

In naher Zukunft ändert sich also nichts. Was danach geschieht ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

Wie sieht dereinst das Dorfzentrum aus, das aktuell in einem Planungsverfahren ist? Für die Raiffeisenbank ist dabei die Frage wichtig, ob der Durchgangsverkehr auf der Köllikerstrasse erhalten bleibt, der wichtig für die Nutzung des Bankomaten ist. 

Stefan Scherer: Entscheidend für den Betrieb eines Bankomaten ist eine genügend grosse Anzahl Bezüge, damit die Betriebs- und Investitionskosten gedeckt werden können.

Von Bedeutung ist auch, wie lange noch Bargeld beim Einkauf eingesetzt wird.

Corona könnte auch in dieser Hinsicht ein bedeutendes Wörtchen mitreden. Aus Angst vor Ansteckung mit dem Virus haben die Abwicklungen von bargeldlosen und kontaktlosen Zahlungsmitteln in letzter Zeit deutlich zugenommen. Und vielleicht wird auch hier Realität, was man sich im letzten Jahrhundert mit den Telefonzellen und der Postfiliale überhaupt nicht hatte vorstellen können: Sie verschwanden, weil man sie nicht mehr brauchte. / HS