Corona trifft auf Gretzenbach

Seit fast 2 Wochen ist ein Virus das Thema. In Gretzenbach sind deswegen Veranstaltungen abgesagt worden, in den Medien wird über Hamsterkäufe berichtet und der Bundesrat hat seine Massnahmen verschärft. Nun ist verantwortungsvoller Umgang mit der Situation verlangt – und eine Portion Gelassenheit.

Weltweit herrscht Ausnahmezustand. Und trotz aller Massnahmen sterben Menschen wegen des Virus, auch in der Schweiz – das bedeutet Leid. Die beste Massnahme gegen die unkontrollierte Verbreitung des Krankheitserregers ist die Befolgung der bundesrätlichen Vorschriften und das Wisssen der wichtigsten medizinischen Fakten zum kleinen Übeltäter.

Übertragungsart

Die Übertragung geschieht vor allem durch Tröpfcheninfektion: Beim Niesen oder Husten gelangen Viren von einem Menschen direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen eines anderen Menschen.

Viren überleben einige Stunden in winzigen Tröpfchen auf Händen oder Oberflächen (Türklinken, Knöpfe etc.) und gelangen durch Berührungen im Gesicht auf die eigenen Schleimhäute von Nase, Mund und Augen.

Nähe ist eine wichtige Voraussetzung für die Virus-Übertragung. In der Regel ist ein längerer und enger Kontakt mit einer infektiösen Person erforderlich (< 2 Meter über > 15 Minuten).

Die rasche Verbreitung des Coronavirus ist ein Problem. Die sogenannte «Reproduktionszahl (R)» gibt an, wie viele weitere Menschen eine infizierte Person anstecken kann. Gemäss aktuellen Schätzungen sind das zurzeit zwischen 1,5 und 4 Menschen. (Zum Vergleich: bei der saisonalen Grippe (im Winter) liegt R bei rund 1,2–1,4, bei Masern bei rund 18 und bei SARS knapp über 1,0).

Personen jeden Alters können sich anstecken. Das Alter der laborbestätigten Erkrankungsfälle in China reicht von 8 Monaten bis 90 Jahren. Erste Erfahrungen zeigen, dass Kinder vor Corona eher geschützt sind, sie können aber trotzdem Überträger sein.

Inkubationszeit: Nach einer Infektion mit dem Coronavirus dauert es in der Regel 4 bis 7 Tage bis zu den ersten Symptomen.

Krankheitsverlauf

Zu Beginn treten oft ähnliche Anzeichen wie bei einer Grippe auf: Unwohlsein, Müdigkeit und Fieber. Es folgen meist Atemwegssymptome (trockener Husten). Weniger häufig sind: Kopfschmerzen, selten Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Nur sehr selten wurden Schnupfen und Halsschmerzen beobachtet (diese weisen eher auf eine «gewöhnliche Erkältung» hin).

Bei einem schweren Erkrankungsverlaufs kann es nach rund einer Woche zu Kurzatmigkeit und ev. zu einer Lungenentzündung mit Atemnot kommen. Weiterer Organsysteme können ebenfalls befallen werden.

Von einem schweren Erkrankungsverlauf betroffen sind vorwiegend ältere Menschen und Menschen mit einer chronischen Vorerkrankung (Bluthochdruck, Herz- und Lungenerkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen).

Die Mehrzahl der angesteckten Personen zeigt einen milden Verlauf. Mindestens 10 Prozent der Erkrankten haben kein Fieber, und bei einigen tritt kein Husten auf. Bei mehreren Personen wurde eine Infektion ohne Symptome nachgewiesen.

Neben den angesteckten Personen gibt es Virusträger, die nicht erfasst worden sind oder deren Symptome zu schwach ausgefallen sind. Hinter dieser Dunkelziffer vermutet man den Faktor 7.

Die Sterblichkeit bei einer 2019-nCoV-Erkrankung wird zurzeit bei ca. 3% angesetzt, in Italien sind es 3,8% (Stand Anfang März*).

Zum Vergleich: Die Sterblichkeit bei Masern liegt bei rund 0,1 Prozent, diejenige von SARS lag bei rund 10 Prozent; bei MERS liegt sie bei 35 Prozent.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat eine umfassende Webseite zum Coronavirus aufgeschaltet, von da stammen auch die Angaben des Textes.

Das Schweizer Fernsehen hat in seiner Sendung Puls den Coronavirus, die Auswirkungen und die Massnahmen dagegen beleuchtet. / HS

Quellen:
Bundesamt für Gesundheit
* Oltner Tagblatt / Schweiz am Wochenende vom 7. März 2020