Einer von 111 Orten: Gretzenbach

Ende September ist ein spezieller Reiseführer erschienen. Der Titel verrät spannende und ungewohnte Einsichten in den Kanton Solothurn. Auch Gretzenbach findet darin Erwähnung.

Christof Gasser und Barbara Saladin haben ein gemeinsames Interesse: Das Schreiben – von Krimis. Nun haben sie sich für den Reiseführer 111 Orte im Kanton Solothurn, die man gesehen haben muss zusammengetan. Im Begleittext dazu soll der Leser / die Leserin mitgenommen werden auf eine Kantonsreise zu 111 wunderbaren, rätselhaften, geschichten- und geschichtsträchtigen Orten, die selbst Einheimische nicht alle kennen. Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Welche Geschichte steckt hinter dem Gretzenbacher Objekt?

Also möglichst schnell das Buch organisieren und unter dem Blickwinkel eines Gretzenbacher Einwohners das Niederamt abklappern: Däniken hat das Kernkraftwerk, Niedergösgen die Schlosskirche, Schönenwerd das Bally-Schuhmuseum und Gretzenbach den buddhistischen Tempel. Die Auswahl erscheint recht touristisch, wie sie in jeder herkömmlichen Sammlung für Ausflugstipps vorkommen könnte.

Der Blick in das Buch zeigt eine klare Gliederung: Links eine Seite Text, rechts ein ganzseitiges Bild mit einigen zusätzlichen Hinweisen und Angaben. Und die Hintergrundgeschichte zum Gretzenbacher Tempel?

Schuld war der 2 Weltkrieg, welcher das thailändische Königspaar zur Flucht (bis in die Schweiz) zwang. Dadurch ist eine anhaltende Verbundenheit zwischen dem Königshaus von Thailand und der Schweiz geschaffen worden. Resultat: Der Tempel trägt den Namen der 1995 verstorbenen Königsmutter.

Der Zusammenhang zwischen der Königsmutter und dem Tempelnamen lässt sich im Internet schnell recherchieren. Die Tatsache der königlichen Flucht ist eine Horizonterweiterung. Aber ist der Tempel daher das einzige Top-Objekt im Dorf?

Es ist leicht zu kritisieren, besonders wenn man einen Wissensvorsprung hat. Was hätte ich ausgewählt? Die Hypokauste der Römervilla? Den Lehrpfad? Den Findling? Die Bally-Quellfassung im Zingg? Den Täfelibaum? …. Echt schwierig! Denn jedes Objekt erzählt Spannendes.

Anyway: Der Reiseführer gebiert folgende Idee: Welches sind die 11 Orte, die man als Gretzenbacherin / Gretzenbacher unbedingt kennen muss?  Anregungen werden dankend entgegengenommen.

Aus neutraler Sicht finden sich im Buch Trouvaillen, die neugierig machen: Beispielsweise Das letzte Strohdachhaus in Rohr bei Olten – tönt spannend.

Übringens: In Däniken steht ein Sikh-Tempel und in Schönenwerd hat es mitten im Dorf einen Bunker. / HS

Action – aber der Adrenalinspiegel blieb tief

Am 23. September hat die Notfallübung Bellawerde im Eppenbergtunnel stattgefunden, in einer massiv abgespeckten Version. Eine Figurantin ist verletzt worden und eine Türe hat geklemmt. Ansonsten hat die Übung die gesteckten Ziele erreicht.

Im Aufruf der SBB vom Juli sind 600 Figuranten für die Übung gesucht worden, am Schluss waren es etwa 350 – wegen Corona. Wegen des Virus sind auf Solothurner Seite der Leitungsstab und die Zahl der Beobachter so tief wie möglich gehalten worden, selbst der Gretzenbacher Gemeinderat und die Presse bekamen keine Einladung. Aber das hiess natürlich nicht, dass fotografieren ausserhalb der Sperrzone verboten gewesen wäre. Nachfolgend ein Augenschein auf der Westseite des Eppenbergtunnels.

8.30, es regnet leicht. Beim Notfallausstieg Obstgarten ist nichts Aussergewöhnliches zu erkennen, beim Feuerwehrmagazin Schönenwerd ist eine Türe geöffnet. Ein Mitglied der Interventionstruppe Olten läuft vorbei und gibt Informationen zur bevorstehenden Übung. Ziel der Übung soll die Bestätigung eines gut funktionierenden Notfallkonzeptes sein, welche Voraussetzung ist für die Bewilligung des Bundesamtes für Verkehr, dass der Tunnel befahren werden kann. Bei den Tunneleingängen werden auch Drohnen zum Einsatz kommen, seit mehreren Monaten sammelt man Erfahrungen damit. Ein Livestream aus der Vogelperspektive wird direkt in die Einsatzzentrale übertragen, um so die Situation vor Ort besser und gezielter koordinieren zu können. Die Drohentechnik – so die Planung – soll es dereinst auch möglich machen, in den Tunnel einfliegen zu können, was besonders bei Bränden eine enorme Hilfe wäre.

Inzwischen erwacht der der Stützpunkt, weitere Türen sind offen, Angehörige des Stützpunktes laufen umher und laden Getränke in die Fahrzeuge ein.

Kurz vor 9 Uhr fährt ein Feuerwehr Auto mit SG-Nummer auf den Parkplatz beim COOP. Die beiden Mitglieder einer SBB-Interventionstruppe erkundigen sich nach dem nächsten Restaurant und verziehen sich in den Storchen zu einem Kafi. Von Anspannung keine Spur. Dem Beobachter fallen aber weitere ausserkantonale Nummernschilder an roten Fahrzeugen auf: Bern, Basel, sogar eine Ambulanz aus dem Kanton Uri; und auch die Feuerwehr Grenchen zeigt sich.

Ca 9.15 beim Portal West: Vor Ort sind 2 Zivilschützer des Niederamtes und eine SBB-Mitarbeiterin; es ist die Drohnen-Lenkerin. Leider sind keine Fotos von oben auf das Geschehen vorgesehen, nur der Livestream. Man schwatzt, unterhält sich und wartet. Rund 20 Minuten vor 10 Uhr fährt die lokale Feuerwehr in ihren Warteraum beim KKG. Man kennt sich und wirft sich gegenseitig lockere Sprüche zu.

Gegen 9.50 nähert sich langsam der Bellawerde-Zug von Däniken her. Er wird etwa in der Tunnelmitte stehen bleiben, was bedeutet, dass ziemlich sicher beim Notausstieg Obstgarten Figuranten früher hervorkommen werden. Also Standortwechsel.

Kurz nach 10 Uhr beim ‘Obstgarten’. Es sind da: 2 Zivilschützer und ein Beobachter. Aufgabe der Zivilschützer ist, den asphaltierten Platz für die Einsatzkräfte und die Zugspassagiere freizuhalten. Da die Presse hier nicht vorgesehen ist, erfolgt eine Rücksprache nach oben, ob der Beobachter anwesend sein darf. Aus dem Funk ist zu hören, dass ‘… der Kantonspolizei vorbeikommen werde’. Auf jeden Fall ist das Fotografieren vom Acker aus erlaubt.  Je länger die Warterei dauert, umso mehr schwatzt man miteinander und erfährt so weitere interessante Informationen: Das Tunnelportal West und der Notausstieg Obstgarten werden von der Oltner Feuerwehr angefahren, die beiden anderen Notausstiege sind Sache der Stutzpunktfeuerwehr Schönenwerd und das Portal Ost liegt im Zuständigkeitsbereich der Aarauer.

10.40: Der Alarm ist vor etwa einer halben Stunde ausgelöst worden. Plötzlich wird die Notfalltüre von innen aufgestossen, drei junge Frauen kommen heraus, leicht ausser Atem wegen des Treppensteigens. Es folgen weitere Personen, nach Einsatzhandbuch sollten es gut 100 Personen sein. Wer unverletzt ist, wird zügig vom Platz an die Bielackerstrasse verwiesen, wo sie an der Gemeindegrenze Gretzenbach – Schönenwerd vom Bus aufgenommen werden. Die Verletzten, wegen der Treppe werden es leichte Verletzungen sein, werden von einem Sanitätsteam betreut.

Wenige Minuten nach den ersten Figurantinnen trifft auch die Oltner Feuerwehr ein und bereitet sich auf die Brandbekämpfung im Tunnel vor. Die Türe zum Lift funktioniert aber nicht wie gewünscht, es braucht einen erheblichen Kraftaufwand, bis sie endlich aufgeht. Der Kommentar des Standort-Beobachters: ‘Das ist gut. So sehen wir, was noch nicht funktioniert.’

11.10, Feuerwehrmagazin Schönenwerd, Ort der inzwischen aufgebauten Einsatzzentrale. Alles easy und cool. Obwohl kein offizieller Presseheini wird das Betreten des Areals erlaubt.

11.46 Vorbeifahrt am Westportal mit dem Regionalzug nach Olten. Man sieht noch Fahrzeuge und Einsatzkräfte, von Figuranten keine Spur. Die Evakuation ist wahrscheinlich abgesschlossen. Vermutlich muss noch der Brand bekämpft und der Zug aus dem Tunnel gezogen werden. Nach Auskunft der SBB dauerte die Übung rund 4 Stunden.

15 Uhr After-Action-Meeting im KKG. Da wir die störrische Tür sicher zur Sprache gekommen sein.

Fazit: Anspannung ist nie spürbar gewesen. Das hat auch daran gelegen, dass die Blaulichtorganisationen nur im echten Notfall die Sirene einsetzen dürfen. Die Schönenwerdner und Gretzenbacher haben daher kaum etwas von der Übung mitbekommen, Zuschauer hat es auf der Westseite praktisch keine gehabt. Im Ernstfall wird das sicher anders sein. Und dann wird der Schlüssel die störrische Notfalltüre sicher aufschliessen können.

Übrigens: Was heisst Bella Werd(e)?/ HS

Notausstieg Obstgarten

Stützpunkt Schönenwerd / Einsatzzentrale

Tunnelportal West

Bilanz der Rettungsübung im Eppenbergtunnel: Zusammenarbeit funktioniert

Da wegen Corona die Presse nicht an die Übung eingeladen worden ist, stellen die SBB verschiedenes Material zur Verfügung, unter anderem ein Interview mit dem Übungsleiter und einen Film von der Zugsevakuation.

Philipp Zimmermann, SBB Projekt- und Übungsleiter

Wie ist die Übung gelaufen?
Die Übung konnte dank dem grossen Einsatz von allen involvierten Partnern und der Figurantinnen und Figuranten wie geplant durchgeführt werden. Dank den Freiwilligen konnten wir ein möglichst realistisches Beispiel eines Ernstfalls für die Einsatzkräfte simulieren. Es war uns wichtig, diese Übung trotz der Corona-Pandemie durchzuführen. Nur so können wir vor der Inbetriebnahme aufzeigen, dass der Tunnel sicher ist, der Einsatzplan, den wir mit unseren Partnern der Blaulichtorganisationen entwickelt haben, hieb- und stichfest ist und alle involvierten Einsatzkräfte mit dem Plan vertraut sind.

Während der Übung kam es zu einem Zwischenfall. Was ist passiert?
Ja, leider. Wir bedauern sehr, dass sich eine Figurantin verletzt hat. Wir wünschen ihr gute und rasche Genesung. Es ist nun Sache der zuständigen Behörden zu klären, was genau vorgefallen ist.

Was unterscheidet diese Übung von anderen Übungen wie etwa jener im Bözbergtunnel vor sechs Wochen?
Es gibt mehrere Unterschiede: Einerseits ist das Einsatzhandbuch ein anderes. Dieses ist für die Planung und die Durchführung massgeblich. Andererseits ist die Infrastruktur eine ganz andere. Der Eppenbergtunnel ist im Gegensatz zum Bözbergtunnel mit zwei vertikalen Notausstiegen und einem horizontalen Notausgang ausgerüstet. Obwohl der Tunnel sich auf solothurnischem Kantonsgebiet befindet, werden auch Einsatzkräfte des Kantons Aargau in der Ereignisbewältigung eingesetzt. Der Sanitätsdienst des Kantons Aargau war beispielsweise mit einer Sanitätsnothilfestelle an der Aarauerstrasse, und die Feuerwehr Aarau stand beim Portal Wöschnau im Einsatz.

Was wird dir von dieser Rettungsübung in Erinnerung bleiben?
Die gelungene Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften und das Engagement der FigurantenSolch eine Übung simuliert ein nur sehr selten vorkommendes Grossereignis. Die Gelegenheit mit allen Partnern ein solches Szenario durchzuspielen ist immer sehr lehrreich und bringt allen Beteiligten sehr viele Erkenntnisse, die nicht nur für Bahnereignisse Gültigkeit haben. Und natürlich sind wir in Gedanken bei der verletzten Figurantin.

Der folgende Kurzfilm zeigt die Geschehnisse im Tunnelinnern.

Text: Jasmin Huwyler  Fotos und Film: SBB/CFF/FFS

Von der Quelle bis zur Aaremündung – ein Spaziergang mit ungeahnten Folgen

Am Anfang stand die Idee, den ganzen Gretzenbach abzulaufen und ihn zu fotografieren. Herausgekommen sind neben den Bildern viele Unklarheiten  und neue Erkenntnisse.

1. Wie heisst unser Bach korrekt?

So vielfältig wie seine Namen ist der Bach selber

Zur Auswahl stehen die folgenden Möglichkeiten:
Der Gretzenbach / Gretzenbacherbach / Dorfbach / Wissbächli
Der Gretzenbach heisst er auf der Informationstafel, die den renaturierten Bachlauf oberhalb der Einmündung in die Aare erklärt. Auch auf den kantonalen Unterlagen ist der Gretzenbach geschrieben.
– Die Version Gretzenbacherbach ist die umgangsprachliche, die es seit langer Zeit schon gibt.
– Auf der Lehrpfadtafel im Täli ist er als unser Dorfbach angespriesen.
– Auf Google Maps ist es bis zur Aare das Wissbächli. Dieses fliesst oberhalb des Zingg in den Bach, der von Safenwil herkommt. Einen Namen für diesen Abschnitt bis zum Quellgebiet bei Safenwil gibt es offenbar nicht.
Der Name Wissbächli ist bereits auf alten Karten zu finden, beschränkt sich aber auf den Abschnitt bis zum Zingg.

2. Wo entspringt der Bach?

So tritt der ‚Safenwilerbach‘ an die Oberfläche

Aus dem Köllikerwald speisen einige Quellen das Wissbächli, das oberhalb des Zingg in einen anderen Bach fliesst, der von Safenwil her kommt. Für diesen Abschnitt ist kein Name eingetragen. Der ‚Safenwilerbach‘ wird im Wald gefasst  und tritt dann am Waldrand ganz plötzlich aus einer Röhre. Eigenartig ist, dass oberhalb des Einlasses ein trocken gelegter Bachlauf erkennbar ist, der aber weiterhin dem Waldrand nach verläuft.

3. Was bedeutet Gretzenbach?

Auch hier gibt es 3 verschiedene Erklärungen:
– Die bekannteste Deutung ist, dass der Ursprung des Namens auf die Kelten zurückgeht und ‚Der Hof des Grezzo‘ bedeutet.
– Das schweizerdeutsche Wort Gretz / Gretzi / Gretze umschreibt einen jungen Baumspross, eine Rute oder Gerte und auch Reisig.
– Nach dem Werdenberger Namenbuch – das ist eine neue Interpretation – ist eine Gretze eine Reuse = trichterförmig geflochtener Behälter, der in die Bachströmung gelegt wird zum Fischfang.

4. Warum gibt es keinen Rastplatz, bzw. Rundweg entlang des Baches?

Hier könnte ein schöner Rastplatz sein

Es hat zwischen dem Täli und der Gröderstrasse mehrere Bänkli zum Verweilen, bei einem hat man die Sträucher direkt vor der Nase, die übrigen haben eine freiere Sicht.
Ein Rundweg von der Mündung zur Quelle wäre eine tolle Idee, aktuell verläuft nur zwischen dem Täli und der Gröderstrasse ein Weg entlang des Baches, der restliche Teil fliesst ziemlich unbemerkt durch die Landschaft. Überhaupt sind die Böschungen sehr stark verbuscht, der Bach ist daher kaum zugänglich, bzw. sichtbar.
Möglichkeiten für einen Rastplatz bietet der Abschnitt zwischen Zingg und Gröderstrasse auf der linken Seite.

5. Woher hat der Zing-Weiher sein Wasser?

Das Wasser für den Weiher kommt nicht vom Bach, sondern wird zugeführt

Der Zinggweiher wird von Quellwasser aus dem Köllikerwald gespiesen, vom Gröderwald kommt eine eher unbedeutende Wassermenge. Ursprünglich fasste die Familie Bally diese 5 Quellen und führte das Wasser in einer eigenen Leitung nach Schönenwerd. Beim Bau des Schulhauses 57 ist diese Wasserleitung unterbrochen worden. Seit der Erstellung des Zinggweihers wird dieses Quellwasser nun unter dem dem Gretzenbach / Wissbächli durch in den Weiher geführt.
Der Weiher könnte wieder mal eine Putzete vertragen.

6. Wie ist der Zustand des Baches?

Aktuelle Bauarbeiten am Bach

Der Kanton Solothurn hat 2014 die Qualität seiner Fliessgewässer erfasst, das Kartenmaterial kann abgerufen werden.
Gemäss der Karte Ökomorphologie wird der Bach als wenig beeinträchtig eingestuft, es hat also eher wenige Verbauungen, die die Bachsohle und die Ufer in der natürlichen Ausgestaltung beeinträchtigen, aber es hat. Zum Beispiel sind für die Räder der Mühlen Schwellen erstellt worden, die heute noch stehen und daher die Durchgängigkeit für Fische unterbinden. Und die Uferbereiche werden durch landwirtschaftliche Nutzung, Privatareale … in der Breite sehr stark begrenzt. Daher werden das ökologische Potential und die landschaftliche Bedeutung des Baches nur als mittel eingestuft. Der Spaziergang hat bezüglich Landschaftselement  jedoch den Eindruck vermittelt, dass hier ein Juwel seine Beachtung nicht erhält, das es eigentlich verdiente.

7. Wie sieht es aus mit der Tier- und Pflanzenwelt?

Tanzt auf dem Wasser: Der Wasserläufer

Der Zinggweiher ist ein absolutes Froschparadies. Wasser bedeutet aber auch Wasserläufer, Libellen …. Fische sind wegen der Schwellen nicht anzutreffen. Von den Säugetieren ist es der Biber, der sichtbare Spuren hinterlässt.
Der dichte Bewuchs der Ufer hat den Vorteil, dass sich das Wasser nicht allzu sehr erwärmt – Wassertiere vertragen Wärme meistens schlecht. Es braucht aber ein Wechselspiel von lichten und schattigen Passagen, so dass sich auch eine Wasserflora entwickeln kann. Auf die ganze Bachlänge herrscht aber Beschattung vor.
Weiter machen sich im Uferbereich Neophyten bemerkbar, was schön anzusehen, aber nicht der richtige Standort ist. Im Wald ist die Situation diesbezüglich jedoch viel dramatischer.

8. Ist unser ‚Bach‘ tatsächlich vielfältig? / HS

Eine geballte Ladung und die verschwundene Identität

Petrus ist im August nicht sehr lieb mit uns gewesen, dafür steht Gretzenbach in der Beliebtheits-Hierarchie über Schönenwerd: Bilder voller Energie und Schmunzeleffekt.

Das Bild zeigt den aufziehenden Hagelsturm, der am 16. August in Gretzenbach erhebliche Schäden angerichtet hat. Deutlich erkennbar ist in der Bildmitte (gegen den rechten Bildrand hin) das KKG. Der Schlauch hat etwa die Stadtgrenze von Aarau erreicht, das vor allem sehr heftige Regengüsse verzeichnet hat. Eppenberg hingegen ist verhagelt worden. Die Köllikerhöhe wiederum ist vom Hagel verschont geblieben.
Das Bild ist zugeschickt worden, die Urheberschaft der Foto konnte nicht ermittelt werden.
Wer von Schönenwerd über die Weidengasse nach Gretzenbach fährt, bekommt den Eindruck, die beiden Dörfer hätten fusioniert: Das Ortsschild fehlt, es klafft ein Loch. Von der Gretzenbacher-Tafel fehlt jede Spur, die Schönenwerder-Tafel liegt immer noch am Boden. Da kann man nur sagen: 1 : 0 für unser Dorf. / HS

Wie umgehen mit den Jungschwänen?

Sie sind die Attraktion, da sie kaum scheu sind. Es sind trotzdem Wildtiere und keine Stofftiere: Die herzigen, flauschigen Jungschwäne im Ballypark.

Das Schwanenpaar im Ballypark hat vor gut 2 Monaten Nachwuchs bekommen, die graue Farbe der Jungschwäne lässt diesen Schluss zu. Bei den Schwänen ist es so, dass sich das Weibchen vollständig um die Brutpflege kümmert, während das Männchen für die Revierverteidigung zuständig ist. Mehrere Personenaussagen schildern nun, dass im Juni das Männchen von einem (frei laufenden?) Hund tot gebissen worden ist, der für die Jungtiere offenbar zur Gefahr geworden ist.

Die Mutter ist zwar in der Nähe, die Jungschwäne sind aber oft sich selber überlassen. Im Normalfall verbleiben Jungtiere rund 5 Monate in der Obhut der Elterntiere.

Auf Grund der Situation haben einzelne Tiere die Scheu vor dem Menschen ziemlich abgelegt, sie lassen sich füttern und auch berühren. Damit sind sie zur Park-Attraktion geworden. So härzig das isch und Föteli fürs Familiealbum git: Für die Schwäne kann das gefährlich werden:

– Ohne natürliche Scheu verlernen sie zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, sie können künftige Angriffe nicht erkennen.

– Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus pflanzlicher Nahrung, sowie zu einem kleineren Teil aus Wasserinsekten, kleinen Fischen, Schnecken und Amphibien.  Brot, salzige Chips etc. gehören nicht zu diesem Speiseplan und belasten den Verdauungstrakt.

– Fütterung in Zeiten des Überflusses machen eine Fütterung im Winter erst recht nötig, wenn sie schadlos durch diese Zeit kommen wollen.

Darum: Hände weg von den Tieren! Auch Kinder müssen den Unterschied kennen lernen zwischen Haus-, Nutz- und Wildtier.

Die Jagd- und Wildhut von Schönenwerd ist informiert und beobachtet die Situation.

Wie seht die Situation des Weibchens aus? Schwäne bleiben sich das ganze Leben treu. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nochmals einen Partner findet, ist also gering. Damit wird dieses Revier frei für ein neues Paar. Das wird wahrscheinlich kein Tier aus diesem Gelege sein, da bis zur Geschlechtsreife 3 – 4 Jahre vergehen. / HS

Wieder freie Sicht auf Niedergösgen

In einem halben Jahr wird der Eppenbergtunnel eröffnet. Zu Beginn ist sichtbar immer viel los gewesen, jetzt finden die kleinen Veränderungen statt. Die Arbeiten sind immer noch auf Kurs.

Das Coronavirus hatte selbst im Eppenbergtunnel zugeschlagen: Der Baustellenstopp galt auch für die SBB , sie rechnen aber immer noch mit der rechtzeitigen Eröffnung des Tunnels auf den Fahrplanwechsel hin im Dezember.

Beweis für das fortgeschrittene Baustadium ist die Baustelle Wöschnau: Sie ist beinahe vollständig rückgebaut, die Fläche wird wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Und damit sind die Kirchen von Niedergösgen und Aarau wieder sichtbar: Der Mount Eppenberg – er hatte seit 2015 die Sicht versperrt – existiert nicht mehr. Gelegenheit, ein bisschen Revue passieren zu lassen, was in den letzten Jahren im und um den Tunnel herum passiert ist.

Die SBB unterhalten eine Webseite zum Eppenbergtunnel mit Filmen aus den Jahren 2015 – 19

Das Oltner Tagblatt hat für den Eppenbergtunnel eine Thema-Seite eingerichtet.

Hier noch einige youtube-Filme. / Fotos + Text: HS

Wie viele Bäume sind 1’500 Ster Holz?

Aktuell wird Schadholz aus dem Gretzenbacher Wald entfernt. Ursache für die Aktion sind ein Sturm, ein Käfer und die warmen Temperaturen.

Seit letztem Montag ist es laut im Wald ob dem Tröchnihus. Der schrille Ton von Kettensägen und das Knirschen und Krachen von fallenden Bäumen sind unüberhörbar. Schadholz wird gefällt und herausgenommen. Zum grössten Teil sind es Fichten, die der Hitze des vergangenen Sommers zum Opfer gefallen sind. Und 2018 hatte der Sturm Burglind für viel Fallholz gesorgt, ideal für die Ausbreitung des Borkenkäfers, der die geschwächten Bäume angreift.  Das Erkennungsmerkmal, ob ein Baum frisch angefallen worden ist, zeigt sich am bräunlichen Sägemehl am Fusse des Baumes.

Der Klimawandel wird die Waldlandschaft erheblich verändern, zu den Verlierern gehört die Fichte, die den Beinamen ‘Brotbaum des Waldes’ trägt. Zu dieser Ehre ist sie wegen ihrer Vielseitigkeit gekommen und deswegen wurde sie auch lange Zeit intensiv angepflanzt. Sie ist: Weihnachtsbaum, Geburtsbäumchen, 1. – Mai – Baum, Telefonstange, und sie eignet ideal für den Häuserbau und für Furnierholz. Selbst arg verdorrte Bäume finden noch Unterschlupf in der Spanplattenproduktion.

Gerechnet wird mit 1’000 – 1’500 m3 Schadholz, was bis zu 500 Bäumen entspricht. Der Wald wird also nicht so schnell zur Ruhe kommen. / HS

Vielseitiges Corona – Die Auflösung

Corona ist mehr als nur ein Virus.: Bier und ….. Lesen Sie jetzt die Erklärungen des vielseitigen Begriffes ‚Corona‘.

Falls Sie nicht recherchiert haben, wie omnipräsent das Wort Corona – besonders in der Vergangenheit – gewesen ist – hier die Auflösung; die Liste ist nicht vollständig. Wer sucht, findet immer wieder neue Corona-Bedeutungen, z.B.: „corona civica“ , ein Gruppe junger Menschen, das Königreich Korona, Hautausschlag …. / HS

Willkommen im 2020

Das neue Jahr ist da! FOKUS – Präsident Rolf Leuenberger wünscht alles Gute.

Ich wünsche allen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr, mögen Glück und Gesundheit ständige Begleiter sein. Lasst uns anstossen. Prost!

Wieder ist ein Jahr vergangen, Zeit um nach vorne zu schauen.

Ein paar Themen nehmen wir mit ins neue Jahr: 5G-Antennen sorgen im Moment im Dorf am meisten für erhitzte Gemüter. Die 3-prozentige Steuererhöhung wird uns im Neuen Jahr hinten rechts wehtun. Die Neugestaltung des Dorfkerns geht weiter. Der Eppenbergtunnel wird fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Gretzenbach ist immer noch auf der Suche nach einem neuen Gemeindepräsidenten.

Neues kommt dazu: Die Suche nach einem Bauverwalter kann beginnen. Das Pumpwerk Aarefeld wird seinen Betrieb aufnehmen und es wird wieder «Gretzebacher Hahneburger» geben.

Feiern dürfen wir selbstverständlich auch: Anstossen am Neujahr, den 1. August feiern und nicht zu vergessen das Beizlifest.

Schaut man über die Dorfgrenzen hinaus, werden uns sicher die Herren Trump, Putin, Kim Jong-un, Assat – und wer da sonst noch ständig in den Schlagzeilen ist – weiterhin beschäftigen. Die Klimadiskussion wird sicher auch weitergehen.

Schauen wir mal, was das neue Jahr noch so an Überraschungen bringt.  

Nochmals Prost

Rolf Leuenberger