Einer von 111 Orten: Gretzenbach

Ende September ist ein spezieller Reiseführer erschienen. Der Titel verrät spannende und ungewohnte Einsichten in den Kanton Solothurn. Auch Gretzenbach findet darin Erwähnung.

Christof Gasser und Barbara Saladin haben ein gemeinsames Interesse: Das Schreiben – von Krimis. Nun haben sie sich für den Reiseführer 111 Orte im Kanton Solothurn, die man gesehen haben muss zusammengetan. Im Begleittext dazu soll der Leser / die Leserin mitgenommen werden auf eine Kantonsreise zu 111 wunderbaren, rätselhaften, geschichten- und geschichtsträchtigen Orten, die selbst Einheimische nicht alle kennen. Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Welche Geschichte steckt hinter dem Gretzenbacher Objekt?

Also möglichst schnell das Buch organisieren und unter dem Blickwinkel eines Gretzenbacher Einwohners das Niederamt abklappern: Däniken hat das Kernkraftwerk, Niedergösgen die Schlosskirche, Schönenwerd das Bally-Schuhmuseum und Gretzenbach den buddhistischen Tempel. Die Auswahl erscheint recht touristisch, wie sie in jeder herkömmlichen Sammlung für Ausflugstipps vorkommen könnte.

Der Blick in das Buch zeigt eine klare Gliederung: Links eine Seite Text, rechts ein ganzseitiges Bild mit einigen zusätzlichen Hinweisen und Angaben. Und die Hintergrundgeschichte zum Gretzenbacher Tempel?

Schuld war der 2 Weltkrieg, welcher das thailändische Königspaar zur Flucht (bis in die Schweiz) zwang. Dadurch ist eine anhaltende Verbundenheit zwischen dem Königshaus von Thailand und der Schweiz geschaffen worden. Resultat: Der Tempel trägt den Namen der 1995 verstorbenen Königsmutter.

Der Zusammenhang zwischen der Königsmutter und dem Tempelnamen lässt sich im Internet schnell recherchieren. Die Tatsache der königlichen Flucht ist eine Horizonterweiterung. Aber ist der Tempel daher das einzige Top-Objekt im Dorf?

Es ist leicht zu kritisieren, besonders wenn man einen Wissensvorsprung hat. Was hätte ich ausgewählt? Die Hypokauste der Römervilla? Den Lehrpfad? Den Findling? Die Bally-Quellfassung im Zingg? Den Täfelibaum? …. Echt schwierig! Denn jedes Objekt erzählt Spannendes.

Anyway: Der Reiseführer gebiert folgende Idee: Welches sind die 11 Orte, die man als Gretzenbacherin / Gretzenbacher unbedingt kennen muss?  Anregungen werden dankend entgegengenommen.

Aus neutraler Sicht finden sich im Buch Trouvaillen, die neugierig machen: Beispielsweise Das letzte Strohdachhaus in Rohr bei Olten – tönt spannend.

Übringens: In Däniken steht ein Sikh-Tempel und in Schönenwerd hat es mitten im Dorf einen Bunker. / HS

Action – aber der Adrenalinspiegel blieb tief

Am 23. September hat die Notfallübung Bellawerde im Eppenbergtunnel stattgefunden, in einer massiv abgespeckten Version. Eine Figurantin ist verletzt worden und eine Türe hat geklemmt. Ansonsten hat die Übung die gesteckten Ziele erreicht.

Im Aufruf der SBB vom Juli sind 600 Figuranten für die Übung gesucht worden, am Schluss waren es etwa 350 – wegen Corona. Wegen des Virus sind auf Solothurner Seite der Leitungsstab und die Zahl der Beobachter so tief wie möglich gehalten worden, selbst der Gretzenbacher Gemeinderat und die Presse bekamen keine Einladung. Aber das hiess natürlich nicht, dass fotografieren ausserhalb der Sperrzone verboten gewesen wäre. Nachfolgend ein Augenschein auf der Westseite des Eppenbergtunnels.

8.30, es regnet leicht. Beim Notfallausstieg Obstgarten ist nichts Aussergewöhnliches zu erkennen, beim Feuerwehrmagazin Schönenwerd ist eine Türe geöffnet. Ein Mitglied der Interventionstruppe Olten läuft vorbei und gibt Informationen zur bevorstehenden Übung. Ziel der Übung soll die Bestätigung eines gut funktionierenden Notfallkonzeptes sein, welche Voraussetzung ist für die Bewilligung des Bundesamtes für Verkehr, dass der Tunnel befahren werden kann. Bei den Tunneleingängen werden auch Drohnen zum Einsatz kommen, seit mehreren Monaten sammelt man Erfahrungen damit. Ein Livestream aus der Vogelperspektive wird direkt in die Einsatzzentrale übertragen, um so die Situation vor Ort besser und gezielter koordinieren zu können. Die Drohentechnik – so die Planung – soll es dereinst auch möglich machen, in den Tunnel einfliegen zu können, was besonders bei Bränden eine enorme Hilfe wäre.

Inzwischen erwacht der der Stützpunkt, weitere Türen sind offen, Angehörige des Stützpunktes laufen umher und laden Getränke in die Fahrzeuge ein.

Kurz vor 9 Uhr fährt ein Feuerwehr Auto mit SG-Nummer auf den Parkplatz beim COOP. Die beiden Mitglieder einer SBB-Interventionstruppe erkundigen sich nach dem nächsten Restaurant und verziehen sich in den Storchen zu einem Kafi. Von Anspannung keine Spur. Dem Beobachter fallen aber weitere ausserkantonale Nummernschilder an roten Fahrzeugen auf: Bern, Basel, sogar eine Ambulanz aus dem Kanton Uri; und auch die Feuerwehr Grenchen zeigt sich.

Ca 9.15 beim Portal West: Vor Ort sind 2 Zivilschützer des Niederamtes und eine SBB-Mitarbeiterin; es ist die Drohnen-Lenkerin. Leider sind keine Fotos von oben auf das Geschehen vorgesehen, nur der Livestream. Man schwatzt, unterhält sich und wartet. Rund 20 Minuten vor 10 Uhr fährt die lokale Feuerwehr in ihren Warteraum beim KKG. Man kennt sich und wirft sich gegenseitig lockere Sprüche zu.

Gegen 9.50 nähert sich langsam der Bellawerde-Zug von Däniken her. Er wird etwa in der Tunnelmitte stehen bleiben, was bedeutet, dass ziemlich sicher beim Notausstieg Obstgarten Figuranten früher hervorkommen werden. Also Standortwechsel.

Kurz nach 10 Uhr beim ‘Obstgarten’. Es sind da: 2 Zivilschützer und ein Beobachter. Aufgabe der Zivilschützer ist, den asphaltierten Platz für die Einsatzkräfte und die Zugspassagiere freizuhalten. Da die Presse hier nicht vorgesehen ist, erfolgt eine Rücksprache nach oben, ob der Beobachter anwesend sein darf. Aus dem Funk ist zu hören, dass ‘… der Kantonspolizei vorbeikommen werde’. Auf jeden Fall ist das Fotografieren vom Acker aus erlaubt.  Je länger die Warterei dauert, umso mehr schwatzt man miteinander und erfährt so weitere interessante Informationen: Das Tunnelportal West und der Notausstieg Obstgarten werden von der Oltner Feuerwehr angefahren, die beiden anderen Notausstiege sind Sache der Stutzpunktfeuerwehr Schönenwerd und das Portal Ost liegt im Zuständigkeitsbereich der Aarauer.

10.40: Der Alarm ist vor etwa einer halben Stunde ausgelöst worden. Plötzlich wird die Notfalltüre von innen aufgestossen, drei junge Frauen kommen heraus, leicht ausser Atem wegen des Treppensteigens. Es folgen weitere Personen, nach Einsatzhandbuch sollten es gut 100 Personen sein. Wer unverletzt ist, wird zügig vom Platz an die Bielackerstrasse verwiesen, wo sie an der Gemeindegrenze Gretzenbach – Schönenwerd vom Bus aufgenommen werden. Die Verletzten, wegen der Treppe werden es leichte Verletzungen sein, werden von einem Sanitätsteam betreut.

Wenige Minuten nach den ersten Figurantinnen trifft auch die Oltner Feuerwehr ein und bereitet sich auf die Brandbekämpfung im Tunnel vor. Die Türe zum Lift funktioniert aber nicht wie gewünscht, es braucht einen erheblichen Kraftaufwand, bis sie endlich aufgeht. Der Kommentar des Standort-Beobachters: ‘Das ist gut. So sehen wir, was noch nicht funktioniert.’

11.10, Feuerwehrmagazin Schönenwerd, Ort der inzwischen aufgebauten Einsatzzentrale. Alles easy und cool. Obwohl kein offizieller Presseheini wird das Betreten des Areals erlaubt.

11.46 Vorbeifahrt am Westportal mit dem Regionalzug nach Olten. Man sieht noch Fahrzeuge und Einsatzkräfte, von Figuranten keine Spur. Die Evakuation ist wahrscheinlich abgesschlossen. Vermutlich muss noch der Brand bekämpft und der Zug aus dem Tunnel gezogen werden. Nach Auskunft der SBB dauerte die Übung rund 4 Stunden.

15 Uhr After-Action-Meeting im KKG. Da wir die störrische Tür sicher zur Sprache gekommen sein.

Fazit: Anspannung ist nie spürbar gewesen. Das hat auch daran gelegen, dass die Blaulichtorganisationen nur im echten Notfall die Sirene einsetzen dürfen. Die Schönenwerdner und Gretzenbacher haben daher kaum etwas von der Übung mitbekommen, Zuschauer hat es auf der Westseite praktisch keine gehabt. Im Ernstfall wird das sicher anders sein. Und dann wird der Schlüssel die störrische Notfalltüre sicher aufschliessen können.

Übrigens: Was heisst Bella Werd(e)?/ HS

Notausstieg Obstgarten

Stützpunkt Schönenwerd / Einsatzzentrale

Tunnelportal West

Bilanz der Rettungsübung im Eppenbergtunnel: Zusammenarbeit funktioniert

Da wegen Corona die Presse nicht an die Übung eingeladen worden ist, stellen die SBB verschiedenes Material zur Verfügung, unter anderem ein Interview mit dem Übungsleiter und einen Film von der Zugsevakuation.

Philipp Zimmermann, SBB Projekt- und Übungsleiter

Wie ist die Übung gelaufen?
Die Übung konnte dank dem grossen Einsatz von allen involvierten Partnern und der Figurantinnen und Figuranten wie geplant durchgeführt werden. Dank den Freiwilligen konnten wir ein möglichst realistisches Beispiel eines Ernstfalls für die Einsatzkräfte simulieren. Es war uns wichtig, diese Übung trotz der Corona-Pandemie durchzuführen. Nur so können wir vor der Inbetriebnahme aufzeigen, dass der Tunnel sicher ist, der Einsatzplan, den wir mit unseren Partnern der Blaulichtorganisationen entwickelt haben, hieb- und stichfest ist und alle involvierten Einsatzkräfte mit dem Plan vertraut sind.

Während der Übung kam es zu einem Zwischenfall. Was ist passiert?
Ja, leider. Wir bedauern sehr, dass sich eine Figurantin verletzt hat. Wir wünschen ihr gute und rasche Genesung. Es ist nun Sache der zuständigen Behörden zu klären, was genau vorgefallen ist.

Was unterscheidet diese Übung von anderen Übungen wie etwa jener im Bözbergtunnel vor sechs Wochen?
Es gibt mehrere Unterschiede: Einerseits ist das Einsatzhandbuch ein anderes. Dieses ist für die Planung und die Durchführung massgeblich. Andererseits ist die Infrastruktur eine ganz andere. Der Eppenbergtunnel ist im Gegensatz zum Bözbergtunnel mit zwei vertikalen Notausstiegen und einem horizontalen Notausgang ausgerüstet. Obwohl der Tunnel sich auf solothurnischem Kantonsgebiet befindet, werden auch Einsatzkräfte des Kantons Aargau in der Ereignisbewältigung eingesetzt. Der Sanitätsdienst des Kantons Aargau war beispielsweise mit einer Sanitätsnothilfestelle an der Aarauerstrasse, und die Feuerwehr Aarau stand beim Portal Wöschnau im Einsatz.

Was wird dir von dieser Rettungsübung in Erinnerung bleiben?
Die gelungene Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften und das Engagement der FigurantenSolch eine Übung simuliert ein nur sehr selten vorkommendes Grossereignis. Die Gelegenheit mit allen Partnern ein solches Szenario durchzuspielen ist immer sehr lehrreich und bringt allen Beteiligten sehr viele Erkenntnisse, die nicht nur für Bahnereignisse Gültigkeit haben. Und natürlich sind wir in Gedanken bei der verletzten Figurantin.

Der folgende Kurzfilm zeigt die Geschehnisse im Tunnelinnern.

Text: Jasmin Huwyler  Fotos und Film: SBB/CFF/FFS

Viel Grün auf dem Blauburgunderweg

Im August macht die Männerriege jeweils eine Wanderung. Dieses Mal führte sie in das Klettgau, dem Weinbaugebiet des Kantons Schaffhausen, auf den Panoramaweg Blauburgunderland.

Bis zum Ausgangspunkt der Wanderung versteckten sich 17 Männer im Grün der Männerriege hauptsächlich coronakonform hinter blauen Masken, schliesslich war man im ÖV unterwegs. Mit Verlassen des Busses auf der Siblingerhöhe herrschte aber wieder Normalität, es standen rund 15 km auf den Hügelkuppen des Schaffhauserlandes bevor. Die Wetterbedingungen waren geradezu ideal: Auf der Anreise hatte es teilweise noch heftig geregnet, dann trocknete es aber ab und am Nachmittag herrschte schönes Wetter. Und der Regenschauer vor der Mittagspause hatte den Vorteil, dass die Weindegustation im ‚Räbhüsli‘ nathlos in das Mittagessen überführte – mitten im Weinberg, geschützt unter einem Dach.

An der Kirche von Hallau vorbei erreichten alle nach etwa 3,5 Stunden das Ziel Trasadingen. Der Weg führte vorwiegend durch Weinberge, es handelt sich hier auch um das grösste zusammenhängende Weinbaugebiet der Deutschschweiz. Die Römer haben wahrscheinlich bereits in dieser Gegend Weinbau betrieben, im grossen Stil haben dann die Nonnen und Mönche den Weinbau gepflegt und gefördert; sie benötigten den Wein für die Gottesdienste, zudem hatte jeder Benediktinermönch das Anrecht auf seine tägliche Portion Wein. Das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen hat um das Jahr 1100 bereits Rebberge in Hallau besessen. Vor rund 400 Jahren betrug die Anbaufläche etwa 1000 Hektaren, heute sind es etwa halb so viele Hektaren.

Geschichtlich noch weiter zurück gehen die Versteinerungen, die sich in offenen Ackerflächen ohne Aufwand finden liessen. Es sind dies Ammoniten, Belemniten, Muscheln – und mit Glück – auch Haifischzähne.

Noch mehr Geschichte gab es für Interessierte vor dem Nachtessen in Schaffhausen. Auf einer kleinen Stadtführung konnte die Schönheit der Altstadt mit dem Haus zum Ritter, dem Kloster Allerheiligen samt der Schillerglocke, dem Carl Stemmler Museum und dem Spruch: Lappi tue d Auge uf bestaunt werden.

Für die Rückreise hiess es dann wieder Maske auf. In einem Jahr braucht es den Mundschutz dann hoffentlich nicht mehr. / HS

Mein Leben als elektrosensible Person: Der Bewegungsraum wird immer kleiner

Fokus Gretzenbach nimmt das Thema der Elektrosensibilität ernst, weil es ein neues und umstrittenes Thema ist. Tatsache ist: Wir wollen überall und jederzeit qualitativen guten Zugriff auf die Datenströme haben. Wegen unserer grossen Mobilität, unserer Konsumiersucht und auch Bequemlichkeit ist WLAN das Zaubermittel, d.h. Sender und Empfänger kommunizieren durch die Luft – dank Funksignalen und die sind überall.

Die Diskussion um die Strahlen und ihre Auswirkungen erinnern an die Kämpfe ums Blei-Benzin, um die Atomkraft, um DDT, Asbest  …. Zunächst sind diese Neuerungen hochgejubelt worden, bis man merkte, dass sie ganz klar auch sehr schlechte Nebenwirkungen haben. Bezüglich Strahlungsdiskussion, bzw. Elektrosensibilität muss sich die Geschichte nicht wiederholen. FOG stellt sich nicht gegen die digitale Zukunft, will aber auch die Rückseite der Medaille beleuchten.

Am besten geht dies mit einem Bericht, geschrieben von einer Person aus Gretzenbach, die elektrosensibel ist und im gewöhnlichen Alltag permanent die Auswirkungen der Strahlen spürt. FOG kennt diese Person, verzichtet aber auf die Nennung des Namens, da elektrosensible Personen schnell als Simulanten, Sensibelchen oder ähnlich bezeichnet werden.

Nachdem wir vor vielen Jahren in unser Haus gezügelt sind, konnte ich monatelang kaum schlafen. Ein Bekannter vermutete, dass dies mit Elektrosmog zusammenhängen könnte. Wir haben darauf 2003 eine professionelle Vermessung machen lassen und herausgefunden, dass wir auf dem Stromnetz Hochfrequenz hatten. Nach einer „Elektrosmog-Sanierung“ wurde es deutlich angenehmer und ich konnte wieder schlafen. Später ist mir immer wieder aufgefallen, dass ich auswärts in der Nähe von Natelantennen oder mit WLAN im Zimmer nicht schlafen konnte.

Die Beschwerden sind auch an einem Anlass aufgetreten, wo versprochen war, dass der Raum strahlungsfrei sei. Nachgemessen haben wir erst, nachdem mehrere Leute Beschwerden hatten. Und tatsächlich war der Raum mit hochfrequenter Strahlung belastet.

Nach einer Übernachtung in einer Berghütte ohne Natelempfang und WLAN bin ich am Morgen trotz nicht sehr angenehmen Bedingungen mit einem klaren Kopf erwacht, mochte gut aufstehen und hatte den ganzen Tag viel Energie. Zu Hause kenne ich dies seit Jahren nicht mehr.
Daher bin ich nach der Arbeit fast täglich im Wald oder fahre an einen Ort, wo ich Zeit in einem Funkloch verbringen kann. Nach ein paar Stunden in einem Funkloch verschwinden die Beschwerden, welche daheim leider rasch wieder da sind.

Inzwischen hat zu Hause die Strahlung von aussen aber so stark zugenommen, dass seit 2019 meine Elektrosensibilität viel schlimmer geworden ist. Ich bin dauermüde und nahe einer Erschöpfung. Bei zu viel Strahlung beginnt der Kopf zu kribbeln, gefolgt von Taubheitsgefühlen, Kreislaufproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten, Wortfindungsproblemen und Atemschwierigkeiten. Ganz schlimm sind die Löcher danach, welche sich bei vielen Elektrosensiblen erst Stunden später zeigen (vergleichbar mit Sonnenbrand – dieser schmerzt auch erst später). Dann bin ich innerlich sehr nervös, habe Herzrasen, Schlafprobleme, Zuckungen, Depressionen und Weinkrämpfe. Während drei Monaten war ich vom Arzt teilzeitig krankgeschrieben. Er ist überzeugt, dass die Beschwerden mit der Strahlung zusammenhängen und hat darum ein entsprechendes Attest geschrieben.

Zu Hause brauchen wir das Internet übers Kabel, telefonieren mit einem Kabel-Telefon, auch Tablets und Natels werden mit einem Adapter übers Kabel genutzt. WLAN haben wir keines. Das reicht leider nicht: In unserem Haus haben wir neben der Strahlung der Natel-Antennen sehr viele Fremd-WLAN-Netze aus der Nachbarschaft. Bei einer Lebensmittelallergie würde man auf das betreffende Lebensmittel verzichten. Hochfrequente Strahlung wird allen aber rund um die Uhr von Natel-Antennen und anderen smarten Geräten aufgezwungen.

Da ich wegen der Strahlung von aussen seit Jahren nicht mehr erholsam geschlafen habe, bin ich für einige Wochen in den Keller gezügelt. Inzwischen habe ich einen Abschirm-Baldachin für das Bett angeschafft. Leider zahlt die Krankenkasse trotz Arztrezept keinen Beitrag daran. Im Büro sind teure Abschirmstoffe aufgehängt, damit ich in diesem Raum überhaupt noch sein kann. Wirklich wohl ist es mir nur noch im Keller und unter dem Baldachin. Auch rund ums Haus halte ich es nicht mehr lange aus.

In Teilzeit arbeitend kann ich die Büroarbeit von zu Hause aus erledigen. Schwierig sind Sitzungen, bei denen Handys nicht auf Flugmodus gestellt sind. Auswärts arbeiten ist unmöglich geworden. 

Reisen mit Bus und Zug sind inzwischen fast unmöglich geworden, die Beschwerden während und nach der Reise sind sehr gross. Die modernen Wagen verfügen über immer mehr Elektronik. Dazu kommen Handyverstärker und oftmals WLAN. Sehr viele Passagiere haben das Handy eingeschaltet, arbeiten am Tablet oder hören Musik über Bluetooth-Verbindungen. All dies sind Strahlungsquellen, die für Elektrosensible unaushaltbar sind. Viele Elektrosensible verzichten daher seit Jahren auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch das Autofahren wird anstrengend, da v.a. auf Autobahnen und entlang Bahnlinien die Strahlung der Natel-Antennen sehr hoch ist.

Ferien werden zum Spiessrutenlauf. Fast überall wird WLAN zur Verfügung gestellt. Es ist also schwierig, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, wo man einigermassen schlafen kann, selbst mit Abschirmschlafsack. Und manchmal bleibt nur das Essen im Zimmer übrig, da dies im Restaurant unmöglich ist.

In Lebensmittelgeschäften ist die Strahlung so hoch, dass ich nach dem Einkaufen eine längere Erholungszeit brauche. Inzwischen gehe ich kaum mehr selber einkaufen. Früchte Rychard ist aber so hilfsbereit und liefert die Bestellungen nach Hause.

Auch der Besuch von Sportanlässen, Arzt, Optiker, Therapie, Fitness, Coiffeur usw.  ist mit viel Strahlung verbunden. Selbst in den Spitälern ist überall WLAN. Und gemäss Auskunft des Hausarztes sind dort mittlerweile auch die Geräte über Funk verbunden. Da werden Elektrosensible eher krank als gesund.

Während des Lockdowns ist durch die viele Heimarbeit über kabellose Verbindungen die  Strahlungsbelastung nochmals gestiegen. Mit der Einführung der Covid-App wird es nochmals schwieriger, da das Handy immer eingeschaltet sein muss.

Der Corona Lockdown hat für Elektrosensible nicht viel verändert: Sie leben auch ohne Corona-Virus sehr isoliert.

In der Schweiz sind etwa 5 bis 10 % der Personen elektrosensibel. Mit der Aufrüstung der Antennen und immer mehr smarten Produkten wird es zunehmend elektrosensible Personen geben. Wie soll das Leben von Elektrosensiblen in der Schweiz weitergehen? Wohin können wir gehen? Einfach in die Berge zügeln funktioniert nicht. Auch dort sind die meisten Orte bereits verstrahlt.

Verliere  ich wegen der überall vorhandenen Strahlung Hobbies und auch Freundschaften?

Es gibt Lösungsmöglichkeiten, um den Mobilfunk gesundheitsverträglich zu gestalten.
– Im Hausinnern kann verkabelt werden. Dies funktioniert heute schon, mit Glasfaserkabeln würde dies noch schneller gehen.

– Wer WLAN brauchen möchte, kann dies so einstellen, dass die Nachbarn nicht belastet werden (Einstellungen, Lage vom Router im Haus, Abschirmstoff um den Router oder Ecomode-Router brauchen).

– Bei DECT-Telefonen kann Ecomode Plus aktiviert werden, damit diese nur bei Gebrauch strahlen. Darauf achten, dass andere Geräte nicht unnötig strahlen, WLAN deaktivieren, wenn es nicht gebraucht wird (Drucker, Fernseher usw.).
– Im öffentlichen Verkehr sollte es in jedem Zug einen Wagen ohne Funkstrahlung geben, d.h. ohne Handyverstärker, ohne WLAN und mit Handyverbot.

Wichtig ist auch das Angebot an Arbeitsplätzen, Einkaufsläden, Arztpraxen, Coiffeursalons, Hotels, Restaurants, usw., die für Elektrosensible geeignet sind. So können auch Elektrosensible arbeiten, ihren Alltag selber gestalten und auch Ferien machen.

Ich hoffe, dass das Verständnis für Elektrosensible in unserer Gesellschaft wachsen wird und schnell Lösungen gefunden werden.

Links mit weiteren Informationen:
www.diagnose-funk.org und www.elektrosensibel-ehs.de Aktuell werden Unterschriften gesammelt für die Mobilfunk-Initiative www.mobilfunk-initiative.ch

Sind Sie fit für die Monster-Abstimmung?

Wegen Corona ist der Abstimmungssontag vom 27. September ziemlich befrachtet. Es geht um 5 eidgenössische und 2 kantonale Vorlagen plus eine Wahl. Das kann man nur wohl vorbereitet und körperlich fit durchstehen. Hier eine Anleitungshilfe.

Haben Sie sich schon mit den eidgenössischen Abstimmungsvorlagen befasst? Dann können Sie sicher die Titel der Vorlagen aufzählen. Wie viele Initiativen befinden sich darunter? In welchen Vorlagen spielt das Geld eine sehr wichtige Rolle? Ähnliche Fragen finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/wissen-sie-worum-es-am-monster-abstimmungstag-geht-431421.html

Sie haben das Quiz absolviert und sind nun motiviert, damit ist die erste Hürde geschafft. BRAVO!

Ausführliche Informationen zu allen Geschäften finden Sie nun in den zugestellten Abstimmungsvorlagen.

Ohne Energieaufwand – Lesen, Diskussionen … – wird es kaum möglich sein, die informationen aufzunehmen, zu analysieren und zu einer Entscheidung zu kommen. Es braucht also körperliche Fitness. Dafür bieten sich zwei bekannte Grössen aus dem Sportbereich an:

Viktor Röthlin, Europameister im Marathon im Jahre 2010, hat ein Lauftraining vorbereitet, hier kommen Sie zu den einzelnen Trainingseinheiten:

https://www.bluewin.ch/de/leben/fit-gesund/rennen-schoggi-sex-mit-viktor-roethlins-tipps-laeuft-sich-leichter-409487.html

Wenn Sie ein abwechslungsreicheres Programm wünschen empfiehlt sich: Fit mit Adriano. Der TV-Langlaufexperte Adriano Iseppi richtet sich eigentlich an ältere Semester, das Programm ist aber so vielseitig, dass auch jüngere Jahrgänge ins Schnaufen kommen.

https://www.srf.ch/play/tv/sendung/fit-mit-adriano?id=938a46b3-8224-492f-843b-ba36b40e0388

Zu beachten gilt jetzt noch, dass das persönliche Einlegen der Stimmunterlagen in die Urne nur noch am Sonntag zwischen 11.00 und 12.00 möglich ist.

Von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der USA, stammt folgendes Zitat, das sich auch auf Abstimmungen anwenden lässt:

«Wahlen gehören den Menschen. Es ist ihre Entscheidung. Und wenn sie entscheiden, dem Feuer den Rücken zuzukehren und sich den Hintern zu verbrennen, dann müssen sie nachher eben auf ihren Blasen sitzen.»

Um das zu vermeiden, bleibt nur eines übrig. Gehen Sie abstimmen! Und vergessen Sie nicht: Nach der Abstimmung ist vor der nächsten Abstimmung / HS

Von der Quelle bis zur Aaremündung – ein Spaziergang mit ungeahnten Folgen

Am Anfang stand die Idee, den ganzen Gretzenbach abzulaufen und ihn zu fotografieren. Herausgekommen sind neben den Bildern viele Unklarheiten  und neue Erkenntnisse.

1. Wie heisst unser Bach korrekt?

So vielfältig wie seine Namen ist der Bach selber

Zur Auswahl stehen die folgenden Möglichkeiten:
Der Gretzenbach / Gretzenbacherbach / Dorfbach / Wissbächli
Der Gretzenbach heisst er auf der Informationstafel, die den renaturierten Bachlauf oberhalb der Einmündung in die Aare erklärt. Auch auf den kantonalen Unterlagen ist der Gretzenbach geschrieben.
– Die Version Gretzenbacherbach ist die umgangsprachliche, die es seit langer Zeit schon gibt.
– Auf der Lehrpfadtafel im Täli ist er als unser Dorfbach angespriesen.
– Auf Google Maps ist es bis zur Aare das Wissbächli. Dieses fliesst oberhalb des Zingg in den Bach, der von Safenwil herkommt. Einen Namen für diesen Abschnitt bis zum Quellgebiet bei Safenwil gibt es offenbar nicht.
Der Name Wissbächli ist bereits auf alten Karten zu finden, beschränkt sich aber auf den Abschnitt bis zum Zingg.

2. Wo entspringt der Bach?

So tritt der ‚Safenwilerbach‘ an die Oberfläche

Aus dem Köllikerwald speisen einige Quellen das Wissbächli, das oberhalb des Zingg in einen anderen Bach fliesst, der von Safenwil her kommt. Für diesen Abschnitt ist kein Name eingetragen. Der ‚Safenwilerbach‘ wird im Wald gefasst  und tritt dann am Waldrand ganz plötzlich aus einer Röhre. Eigenartig ist, dass oberhalb des Einlasses ein trocken gelegter Bachlauf erkennbar ist, der aber weiterhin dem Waldrand nach verläuft.

3. Was bedeutet Gretzenbach?

Auch hier gibt es 3 verschiedene Erklärungen:
– Die bekannteste Deutung ist, dass der Ursprung des Namens auf die Kelten zurückgeht und ‚Der Hof des Grezzo‘ bedeutet.
– Das schweizerdeutsche Wort Gretz / Gretzi / Gretze umschreibt einen jungen Baumspross, eine Rute oder Gerte und auch Reisig.
– Nach dem Werdenberger Namenbuch – das ist eine neue Interpretation – ist eine Gretze eine Reuse = trichterförmig geflochtener Behälter, der in die Bachströmung gelegt wird zum Fischfang.

4. Warum gibt es keinen Rastplatz, bzw. Rundweg entlang des Baches?

Hier könnte ein schöner Rastplatz sein

Es hat zwischen dem Täli und der Gröderstrasse mehrere Bänkli zum Verweilen, bei einem hat man die Sträucher direkt vor der Nase, die übrigen haben eine freiere Sicht.
Ein Rundweg von der Mündung zur Quelle wäre eine tolle Idee, aktuell verläuft nur zwischen dem Täli und der Gröderstrasse ein Weg entlang des Baches, der restliche Teil fliesst ziemlich unbemerkt durch die Landschaft. Überhaupt sind die Böschungen sehr stark verbuscht, der Bach ist daher kaum zugänglich, bzw. sichtbar.
Möglichkeiten für einen Rastplatz bietet der Abschnitt zwischen Zingg und Gröderstrasse auf der linken Seite.

5. Woher hat der Zing-Weiher sein Wasser?

Das Wasser für den Weiher kommt nicht vom Bach, sondern wird zugeführt

Der Zinggweiher wird von Quellwasser aus dem Köllikerwald gespiesen, vom Gröderwald kommt eine eher unbedeutende Wassermenge. Ursprünglich fasste die Familie Bally diese 5 Quellen und führte das Wasser in einer eigenen Leitung nach Schönenwerd. Beim Bau des Schulhauses 57 ist diese Wasserleitung unterbrochen worden. Seit der Erstellung des Zinggweihers wird dieses Quellwasser nun unter dem dem Gretzenbach / Wissbächli durch in den Weiher geführt.
Der Weiher könnte wieder mal eine Putzete vertragen.

6. Wie ist der Zustand des Baches?

Aktuelle Bauarbeiten am Bach

Der Kanton Solothurn hat 2014 die Qualität seiner Fliessgewässer erfasst, das Kartenmaterial kann abgerufen werden.
Gemäss der Karte Ökomorphologie wird der Bach als wenig beeinträchtig eingestuft, es hat also eher wenige Verbauungen, die die Bachsohle und die Ufer in der natürlichen Ausgestaltung beeinträchtigen, aber es hat. Zum Beispiel sind für die Räder der Mühlen Schwellen erstellt worden, die heute noch stehen und daher die Durchgängigkeit für Fische unterbinden. Und die Uferbereiche werden durch landwirtschaftliche Nutzung, Privatareale … in der Breite sehr stark begrenzt. Daher werden das ökologische Potential und die landschaftliche Bedeutung des Baches nur als mittel eingestuft. Der Spaziergang hat bezüglich Landschaftselement  jedoch den Eindruck vermittelt, dass hier ein Juwel seine Beachtung nicht erhält, das es eigentlich verdiente.

7. Wie sieht es aus mit der Tier- und Pflanzenwelt?

Tanzt auf dem Wasser: Der Wasserläufer

Der Zinggweiher ist ein absolutes Froschparadies. Wasser bedeutet aber auch Wasserläufer, Libellen …. Fische sind wegen der Schwellen nicht anzutreffen. Von den Säugetieren ist es der Biber, der sichtbare Spuren hinterlässt.
Der dichte Bewuchs der Ufer hat den Vorteil, dass sich das Wasser nicht allzu sehr erwärmt – Wassertiere vertragen Wärme meistens schlecht. Es braucht aber ein Wechselspiel von lichten und schattigen Passagen, so dass sich auch eine Wasserflora entwickeln kann. Auf die ganze Bachlänge herrscht aber Beschattung vor.
Weiter machen sich im Uferbereich Neophyten bemerkbar, was schön anzusehen, aber nicht der richtige Standort ist. Im Wald ist die Situation diesbezüglich jedoch viel dramatischer.

8. Ist unser ‚Bach‘ tatsächlich vielfältig? / HS

Eine geballte Ladung und die verschwundene Identität

Petrus ist im August nicht sehr lieb mit uns gewesen, dafür steht Gretzenbach in der Beliebtheits-Hierarchie über Schönenwerd: Bilder voller Energie und Schmunzeleffekt.

Das Bild zeigt den aufziehenden Hagelsturm, der am 16. August in Gretzenbach erhebliche Schäden angerichtet hat. Deutlich erkennbar ist in der Bildmitte (gegen den rechten Bildrand hin) das KKG. Der Schlauch hat etwa die Stadtgrenze von Aarau erreicht, das vor allem sehr heftige Regengüsse verzeichnet hat. Eppenberg hingegen ist verhagelt worden. Die Köllikerhöhe wiederum ist vom Hagel verschont geblieben.
Das Bild ist zugeschickt worden, die Urheberschaft der Foto konnte nicht ermittelt werden.
Wer von Schönenwerd über die Weidengasse nach Gretzenbach fährt, bekommt den Eindruck, die beiden Dörfer hätten fusioniert: Das Ortsschild fehlt, es klafft ein Loch. Von der Gretzenbacher-Tafel fehlt jede Spur, die Schönenwerder-Tafel liegt immer noch am Boden. Da kann man nur sagen: 1 : 0 für unser Dorf. / HS

Und dann kam der grosse Hagel

Praktisch unangemeldet prasselte am 16. August ein gewaltiger Hagelschauer auf Teile des Niederamtes. Besonders betroffen dabei wurden – neben Gretzenbach – die Gebiete von Niedergösgen und Stüssligen. Hier ist sehr starker Hagel zu verzeichnen gewesen.

Die Webcam von Erlinsbach hat das aufziehende Unwetter und den Hagelsturm aufgezeichnet, es ist gewaltig.

Der Ernteausfall wird sehr hoch ausfallen, zudem sind einige Autos ziemlich ‚verbeult‘ worden.

Die Natur reagiert anders auf die Hagelschäden: Das Nahrungsangebot ist viel grösser geworden und das wird unter Umständen mit erheblichem Einsatz verteidigt ….
…. und die Pflanzen bilden bereits neue Triebe. / HS