Wie umgehen mit den Jungschwänen?

Sie sind die Attraktion, da sie kaum scheu sind. Es sind trotzdem Wildtiere und keine Stofftiere: Die herzigen, flauschigen Jungschwäne im Ballypark.

Das Schwanenpaar im Ballypark hat vor gut 2 Monaten Nachwuchs bekommen, die graue Farbe der Jungschwäne lässt diesen Schluss zu. Bei den Schwänen ist es so, dass sich das Weibchen vollständig um die Brutpflege kümmert, während das Männchen für die Revierverteidigung zuständig ist. Mehrere Personenaussagen schildern nun, dass im Juni das Männchen von einem (frei laufenden?) Hund tot gebissen worden ist, der für die Jungtiere offenbar zur Gefahr geworden ist.

Die Mutter ist zwar in der Nähe, die Jungschwäne sind aber oft sich selber überlassen. Im Normalfall verbleiben Jungtiere rund 5 Monate in der Obhut der Elterntiere.

Auf Grund der Situation haben einzelne Tiere die Scheu vor dem Menschen ziemlich abgelegt, sie lassen sich füttern und auch berühren. Damit sind sie zur Park-Attraktion geworden. So härzig das isch und Föteli fürs Familiealbum git: Für die Schwäne kann das gefährlich werden:

– Ohne natürliche Scheu verlernen sie zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, sie können künftige Angriffe nicht erkennen.

– Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus pflanzlicher Nahrung, sowie zu einem kleineren Teil aus Wasserinsekten, kleinen Fischen, Schnecken und Amphibien.  Brot, salzige Chips etc. gehören nicht zu diesem Speiseplan und belasten den Verdauungstrakt.

– Fütterung in Zeiten des Überflusses machen eine Fütterung im Winter erst recht nötig, wenn sie schadlos durch diese Zeit kommen wollen.

Darum: Hände weg von den Tieren! Auch Kinder müssen den Unterschied kennen lernen zwischen Haus-, Nutz- und Wildtier.

Die Jagd- und Wildhut von Schönenwerd ist informiert und beobachtet die Situation.

Wie seht die Situation des Weibchens aus? Schwäne bleiben sich das ganze Leben treu. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nochmals einen Partner findet, ist also gering. Damit wird dieses Revier frei für ein neues Paar. Das wird wahrscheinlich kein Tier aus diesem Gelege sein, da bis zur Geschlechtsreife 3 – 4 Jahre vergehen. / HS

Wieder freie Sicht auf Niedergösgen

In einem halben Jahr wird der Eppenbergtunnel eröffnet. Zu Beginn ist sichtbar immer viel los gewesen, jetzt finden die kleinen Veränderungen statt. Die Arbeiten sind immer noch auf Kurs.

Das Coronavirus hatte selbst im Eppenbergtunnel zugeschlagen: Der Baustellenstopp galt auch für die SBB , sie rechnen aber immer noch mit der rechtzeitigen Eröffnung des Tunnels auf den Fahrplanwechsel hin im Dezember.

Beweis für das fortgeschrittene Baustadium ist die Baustelle Wöschnau: Sie ist beinahe vollständig rückgebaut, die Fläche wird wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Und damit sind die Kirchen von Niedergösgen und Aarau wieder sichtbar: Der Mount Eppenberg – er hatte seit 2015 die Sicht versperrt – existiert nicht mehr. Gelegenheit, ein bisschen Revue passieren zu lassen, was in den letzten Jahren im und um den Tunnel herum passiert ist.

Die SBB unterhalten eine Webseite zum Eppenbergtunnel mit Filmen aus den Jahren 2015 – 19

Das Oltner Tagblatt hat für den Eppenbergtunnel eine Thema-Seite eingerichtet.

Hier noch einige youtube-Filme. / Fotos + Text: HS

Der Bankomat bleibt im Dorfe

Wird man auch in Zukunft Geld im Dorf beziehen können oder muss man deswegen bis in den Grund hinunterlaufen? Diese Frage beschäftigte seit mehr als einem Jahr Gretzenbach. Die Antwortet lautet: Bis auf weiteres bleibt er am alten Standort.

An der Generalversammlung im März 2019 fragte ein Genossenschafter, ob es stimme, dass der Bankomat vom alten Standort neben dem Spar in den Grund gezügelt werden solle. Die Antwort war ein Ja und danach herrschte grosse Aufregung, weil besonders für ältere Menschen dies ein sehr ungünstiger Standort sei.

Nun, mehr als ein Jahr später ergab eine Rückfrage bei Stefan Scherer, Präsident des Verwaltungsrates der Raiffeisenbank Däniken – Gretzenbach:

‘Der Bankomat wird bis auf Weiteres am gewohnten Standort weiter betrieben, solange dieser den sicherheits- und abwicklungstechnischen Anforderungen genügt. Wir gehen zum heutigen Zeitpunkt davon aus, dass dies noch einige Jahre der Fall sein sollte und der Hersteller allfällige Anpassungen und Reparaturen gewährleisten kann.’

Zum Umdenken hat geführt, dass u.a. die Baukommission der Einwohnergemeinde Gretzenbach den vorgesehenen neuen Standort nicht bewilligte und die Parkplatzbenutzung vor den Einkaufsgeschäften im Grund einer Verkehrsbegrenzung unterliegt. Der Bankomat hätte sicher zu einer Erhöhung des Verkehrsfrequenz geführt, was zur Überschreitung der maximalen Fahrzeugdurchfahrten hätte führen können.

In naher Zukunft ändert sich also nichts. Was danach geschieht ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

Wie sieht dereinst das Dorfzentrum aus, das aktuell in einem Planungsverfahren ist? Für die Raiffeisenbank ist dabei die Frage wichtig, ob der Durchgangsverkehr auf der Köllikerstrasse erhalten bleibt, der wichtig für die Nutzung des Bankomaten ist. 

Stefan Scherer: Entscheidend für den Betrieb eines Bankomaten ist eine genügend grosse Anzahl Bezüge, damit die Betriebs- und Investitionskosten gedeckt werden können.

Von Bedeutung ist auch, wie lange noch Bargeld beim Einkauf eingesetzt wird.

Corona könnte auch in dieser Hinsicht ein bedeutendes Wörtchen mitreden. Aus Angst vor Ansteckung mit dem Virus haben die Abwicklungen von bargeldlosen und kontaktlosen Zahlungsmitteln in letzter Zeit deutlich zugenommen. Und vielleicht wird auch hier Realität, was man sich im letzten Jahrhundert mit den Telefonzellen und der Postfiliale überhaupt nicht hatte vorstellen können: Sie verschwanden, weil man sie nicht mehr brauchte. / HS

Mitgliederporträt: Helene von Däniken

«Fokus Gretzenbach» (FOG) lebt von seinen Mitgliedern. Aus diesem Grund stellen wir an dieser Stelle in loser Reihenfolge Personen vor, die sich bei FOG engagieren. Heute im Fokus: eine Ur-Gretzenbacherin.

Helene, dein letzter grosser Ärger war? Ich ärgere mich nicht so schnell. Aber wenn ich im Wald unterwegs bin, ärgere ich mich über liegengebliebenen Abfall.

Wann hast du dich das letzte Mal gefreut? Ich freue mich täglich über Kleinigkeiten.

Wie verbringst du deine Freizeit? Im nahen Wald drehe ich gerne meine Walking-Runden, zudem lese und reise ich gerne.

Hast du Vorbilder? Wenn ja, wer war es? Unsere Mutter – sie hat uns 8 Kindern sehr viel auf den Lebensweg mitgegeben.

Wie lautet dein Lebensmotto? Es chont wie’s chont.

Was hat dich Corona gelehrt? Wir gehören zur Risiko-Gruppe und verhalten uns auch dementsprechend. Wir arrangieren uns mit dem Machbaren. Was am meisten fehlte, sind die sozialen Kontakte und auch das Hüten der Enkelkinder. Darum ist die Freude beiderseitig riesig, dass wir uns wieder umarmen dürfen.

Seit wann bist du Mitglied von FOG? Ich bin seit 1992 Mitglied.

In welcher Funktion warst für FOG tätig? Ab 1993 war ich 16 Jahre in der Baukommission, davon 12 Jahre als Präsidentin. In dieser Zeit war ich auch einige Jahre im Bürgerrat.

Wie bist du auf FOG aufmerksam geworden? Durch meinen Bruder Urs Schenker.

Warum engagierst du dich bei Fokus Gretzenbach? Ich bin am Geschehen in unserem Dorf interessiert.  

Wo befindet sich dein Lieblingsplatz? Mein Lieblingsplatz ist ganz klar der Rastplatz, der meinen Eltern Franz und Marie Schenker-Nünlist gewidmet ist. Von diesem Ort aus hat man eine wunderbare Sicht über unser Dorf mit dem Jura in der Ferne. Er befindet sich in der Weid, am Waldrand neben dem Weg zum Fraubrünneli.

Warum ist FOG für Gretzenbach wichtig? Weil die Partei in unserer Gemeinde aktiv ist und somit keine überparteiliche Meinung vertreten muss.

Was wünschst du dir für die Zukunft von FOG? Neue Mitglieder wären schön und viel Erfolg bei den nächsten Gemeinderatswahlen.

Was zeichnet Gretzenbach aus? Ich bin in Gretzenbach aufgewachsen und für mich ist das «mein Dorf». Ich kenne viele Leute und Geschichten und weiss noch einiges von früher. Das hat mir in meinen Ämtern auch ab und zu geholfen.

Gibt es etwas, das dir in Gretzenbach fehlt?
Das Dorfzentrum sollte aufgewertet werden.

Für welche Themen / Anliegen möchtest du dich künftig einsetzen? Seit März 2020 bin ich wieder im Bürgerrat und möchte mich für unser Dorf und – von der Bürgergemeinde her – für das Dorfzentrum mit dem Einkaufsladen einsetzen.

Was wünschst du dir für die Zukunft von Gretzenbach? Ein sanftes Wachstum und dass der Dorfgeist bewahrt wird.

Zum Schluss: Warum soll man FOG beitreten bzw. sich dort engagieren? Wenn man sich für’s Dorfleben interessiert und sich politisch einbringen will, ist das eine gute Sache. Man hat auch so die Möglichkeit z.B. in einer Komission mitzuarbeiten.

Einsprachen gegen die Mobilfunkanlage abgewiesen

Die Baukommission hat beide Begehren gegen die Auf-, bzw. Umrüstung der Mobilfunkanlage am Parkweg 1 abgewiesen. Dieser Entscheid ist mit Datum 18.5.2020 den Einsprechern zugestellt worden. Seither läuft die 10tägige Einsprachefrist.

1997 erteilte die Baukommission der damaligen Telecom PTT die Baubewilligung für eine Basisstation mit Antennenmast am jetzigen Standort.

Im vergangenen Jahr hat der Nachfolger der PTT – die Swisscom – die Anlage auf 5 G umgerüstet. Es wurde kein Baugesuch für die Umrüstung eingereicht, weil dies als Bagatellverfahren eingestuft wird. Dagegen sind Einsprachen eingegangen, die verlangten, dass für die Umrüstung ein ordentliches Baubewilligungsgesuch einzureichen sei.

Im Juni 2019 haben die Sunrise Communications AG und die Salt Mobile SA ein Baugesuch eingereicht, am bestehenden Antennenmast eine eigene Funkanlage zu installieren. Auch dagegen sind Einsprachen eingegangen, für beide Projekte zusammen waren es über 100 Unterschriften.

Eine Beschwerde gegen Bauprojekte ist mit einem Kostenvorschuss verbunden, den die federführenden Personen der Unterschriftensammlungen sich nicht leisten können. Ob die beiden Projekte (Umrüstung auf 5 G, bzw. Aufrüstung von Sunrise / Salt) damit aus dem Schneider sind, hängt ab von:

– der Einhaltung der Einsprachefrist bis zum 28.5.2020 beim Kanton Solothurn.

– der Bereitstellung eines Kostenvorschusses von plus / minus 1000.-

– der Initiative von einer oder mehrerer Personen, die Beschwerde weiterzuziehen.

Im anderen Fall darf die Mobilfunkanlage bei der Tunneleinfahrt rechtsgültig auf-, bzw. umgerüstet werden. Die Antennenmodule von Sunrise / Salt sind offenbar schon montiert. / HS

Wie viele Bäume sind 1’500 Ster Holz?

Aktuell wird Schadholz aus dem Gretzenbacher Wald entfernt. Ursache für die Aktion sind ein Sturm, ein Käfer und die warmen Temperaturen.

Seit letztem Montag ist es laut im Wald ob dem Tröchnihus. Der schrille Ton von Kettensägen und das Knirschen und Krachen von fallenden Bäumen sind unüberhörbar. Schadholz wird gefällt und herausgenommen. Zum grössten Teil sind es Fichten, die der Hitze des vergangenen Sommers zum Opfer gefallen sind. Und 2018 hatte der Sturm Burglind für viel Fallholz gesorgt, ideal für die Ausbreitung des Borkenkäfers, der die geschwächten Bäume angreift.  Das Erkennungsmerkmal, ob ein Baum frisch angefallen worden ist, zeigt sich am bräunlichen Sägemehl am Fusse des Baumes.

Der Klimawandel wird die Waldlandschaft erheblich verändern, zu den Verlierern gehört die Fichte, die den Beinamen ‘Brotbaum des Waldes’ trägt. Zu dieser Ehre ist sie wegen ihrer Vielseitigkeit gekommen und deswegen wurde sie auch lange Zeit intensiv angepflanzt. Sie ist: Weihnachtsbaum, Geburtsbäumchen, 1. – Mai – Baum, Telefonstange, und sie eignet ideal für den Häuserbau und für Furnierholz. Selbst arg verdorrte Bäume finden noch Unterschlupf in der Spanplattenproduktion.

Gerechnet wird mit 1’000 – 1’500 m3 Schadholz, was bis zu 500 Bäumen entspricht. Der Wald wird also nicht so schnell zur Ruhe kommen. / HS

Mein Trainingsalltag während der Corona-Krise

Das Training während der Corona-Pandemie ist für ambitionierte Sportler und Sportlerinnen – auch in Gretzenbach – massiv eingeschränkt worden. Wie sieht der Trainingsalltag unter solchen Umständen aus? Die Sportschützin   Larissa Donatiello gewährt Einblick in das ‘Schiessen’ zu Hause.

Der Höhepunkt der Luftgewehrsaison ist für die Schützinnen und Schützen die Schweizermeisterschaft, welche jeweils anfangs März stattfindet. Dieses Jahr stand dieser Anlass wegen der Corona-Krise auf der Kippe. Wo in anderen Ländern der Virus schon seit längerem kursierte, begann in der Schweiz dieser böse Traum erst. Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) hatte daher zusammen mit den kantonalen Behörden entschieden, den Anlass unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer maximalen Anzahl von 150 Personen doch noch durchzuführen, was heute unvorstellbar wäre. (Anm: Larissa gewann Bronze bei den U 17.)

Seit diesem Zeitpunkt hat sich für mich einiges verändert. Eine Woche später verfügte der Bundesrat den ”Lockdown”. Zurzeit absolviere ich das 2. Oberstufen-Schuljahr an der Talentförderklasse der Sportschule in Solothurn. Gewöhnlich stehe ich um 05.00 Uhr auf, damit ich den 06.10-Zug in Däniken erwische, welcher mich via Aarau nach Solothurn zur Schule fährt. Seit dem 16. März 2020 kann ich etwas länger liegen bleiben, da ich mir den Weg zur Schule sparen kann. An der Talentförderklasse arbeiten wir fast ausschliesslich mit dem iPad. Das heisst, die Lehrer stellen uns die Aufgaben auf das iPad, Lernziele werden auch auf diesem Tablet geschrieben. Somit war das ”Homescooling” für mich keine grosse Umstellung, ausser, dass ich physisch nicht in Solothurn, sondern zu Hause in Gretzenbach die Lektionen absolviere. Jedoch fehlen mir meine Schulkameraden sehr.

Ganz anders sieht dafür mein Trainingsalltag rund um’s Schiessen aus. Ende März startet jeweils die Outdoor-Saison mit dem Kleinkaliber. Es wäre ein Trainingslager in Locarno und ein Trainingsweekend in Magglingen vorgesehen gewesen. Diese mussten jedoch, so wie viele andere Schiessanlässe, abgesagt werden.

Seit dem 16. März 2020 konnte ich noch keinen Schuss mit dem Kleinkaliber abgeben. Der SSV hat die Weisung herausgegeben, bis Ende Mai 2020 jeglichen Schiessbetrieb einzustellen. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen alle Sportstätten (und vieles anderes) geschlossen bleiben. Jegliche Vereinsaktivitäten sind verboten.

Die Einstellung des Schiessbetriebs bis Ende Mai hat grosse Auswirkungen auf den Wettkampfkalender und auf zahlreiche weitere Anlässe. Sowohl national, wie auch international wurden Wettkämpfe bereits abgesagt, fast täglich erreicht mich die Meldung von weiteren Absagen. Dieses Jahr hätte das Eidgenössische Schützenfest stattfinden sollen, ein Highlight auch für den Breitensport, welches nun um ein Jahr verschoben wurde.

Trockentraining, Trockentraining, Trockentraining

Für uns Schützinnen und Schützen gilt es, in irgendeiner Form die Motivation und die Leistungen hochzuhalten. Mein Trainingsalltag setzt sich aus dem Kraft-Ausdauerbereich und dem Trockentraining zusammen. Trockentraining bedeutet: Man trainiert die diversen Stellungen (kniend, liegend, stehend) in der vollen Montur zu Hause an einem Ort,  wo ausreichend Platz ist, und zielt auf einen Punkt, welcher auf die jeweilige Distanz, die einem zur Verfügung steht, skaliert wird. Das heisst, der Punkt erscheint exakt so gross, wie wenn ich auf die gewöhnliche Distanz von 50m im Kleinkaliber oder 10m im Luftgewehr schiessen würde.

Dafür ist das Sportgerät ist mit einem Scatt-Gerät ausgestattet. Ein elektronischer, optischer Sensor wird am Lauf des Sportgeräts befestigt. Der Schütze zielt dann auf die Scheibe. Eine Ablaufverfolgung des Zielpunktes kann dann in Echtzeit auf einem Bildschirm verfolgt werden. Beim Betätigen des Abzugs wird dann der Auftreffpunkt auf dem Bildschirm angezeigt. Alle Ergebnisse der Trainingseinheit können zur späteren Analyse aufgezeichnet werden. Selbst in einem Raum mit normaler Grösse können so jede Art von Waffe benutzt und Schüsse auf die realen Entfernungen simuliert werden.

Zwischenzeitlich haben diverse Veranstalter Online-Wettkämpfe organisiert. Jeder Schütze schiesst das Programm zu Hause mit dem Scatt und sendet anschliessend das Resultat dem Organisator. So entsteht im eher tristen Trainingsalltag doch noch etwas Wettkampf-Feeling.

Gestern gab der Bundesrat grünes Licht, dass mit den nötigen Schutzmassnahmen das Schiessen ab dem 11. Mai 2020 wieder möglich sei. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich in unserem Schützenhaus im ”Zingg” richtige Schüsse abgeben darf.

Larissa Donatiello, 30. April 2020

Mit neuem Gewehr in die neue Saison

Das Projekt ‘I believe in you’ ist eine weltweite Crowdfundingplattform im Sportbereich. Die Sponsorengelder, die über diese Plattform – vor Ablauf der Aktion – gesammelt werden konnten, erlauben es Larissa, sich ihr neues Kleinkalibergewehr anzuschaffen. In diesem Sinne: Gut Schuss. / HS


Wir bleiben noch lange zu Hause – leider!

Die Jungbürgerinnen und Jungbürger des Jahrganges 2001 haben es bereits vorgelebt: Sie sind zu Hause geblieben und haben keine Gegenstände entführt, worüber sich sicher viele Hauseigentümer gefreut haben.

Als der Bundesrat am 29. April 2020 verkündet hat, dass alle Veranstaltungen über 1000 Personen bis zum 30. August 2020 untersagt werden, sind sicher die ersten Zweifel aufgekommen. Inzwischen ist es definitiv: Das Beizilifest 2020 wird um ein Jahr verschoben. Das neu angeschaffte Elektromaterial kommt also noch nicht zum Einsatz.

Und auch auf der Webseite des Vereins ‚Behindertensporttag‘ steht bereits der Vermerk: Verschoben auf 2021.

Corona du …. Wir FREUEN UNS TROTZDEM AUF DIE NÄCHSTEN ANLÄSSE, DIE WIR WIEDER BESUCHEN DÜRFEN! / HS

Ich bin 91 und immer noch nicht pensioniert

Schuhdesigner, Künstler, Dauerarbeiter und Lebensphilosoph – das ist Paul Gugelmann. Ein Besuch bei ihm aus Anlass seines 91. Geburtstages und des 25-Jahr-Jubiläums seines Museums in Schönenwerd.

Man kennt seinen Namen im Dorf und man ist sich vor Jahren am Pferdemarkt von Saignelegier begegnet, der Telefonanruf bei ihm verläuft trotzdem überraschend kurz. Er nimmt die Anfrage entgegen, sagt zu und nach wenigen Sekunden steht der Termin für einen Besuch fest. Eines wird klar: Paul Gugelmann ist ein Mensch voller Energie, wach und präsent. Und er ist sich Medienkontakte gewohnt.

Das Markenzeichen von Paul Gugelmann sind seine schwarze Kleidung, sein Wuschelkopf und seine offene Art. Der Empfang fällt unkompliziert aus. Es folgt das Beschnuppern im Wohnzimmer. Doch schnell mal geht es ins Atelier. Dieses liegt direkt neben der Küche, eigentlich ein Zimmer mit Blick auf den Garten. Auffällig ist die Ordnung, die herrscht, und es ist nicht überfüllt. Gut, die groben Arbeiten erledigt er nicht mehr selbst. Dennoch verblüfft die Einfachheit im Vergleich zum Witz und dem Glanz, den seine Figuren und Maschinen vermitteln.

Wir vereinbaren, dass er normal arbeitet. Kein Problem. Er holt ein Blech, schneidet aus, hämmert es in Form, erwärmt es. Seine Vorliebe gilt dem Messing, weil es durch die Bearbeitung so schön patiniert und rostfrei ist. Seine Arbeitstechniken sind einfach: Schneiden, treiben, löten. Aber es sind aufwändige Techniken, weil alles von Hand gemacht ist.

Der Materialwert seiner Objekte muss hoch sein, der Verkauf seiner Maschinen war trotzdem nie ein Thema: ‘Ich wollte nie etwas verkaufen, um Geld zu verdienen. Denn dann wären die Händler gekommen und hätten einen viel höheren Preis verlangt. Das wollte ich nicht. Wenn ich aber alles rechnen würde, hätte ich den Lohn einer Putzfrau,’ soweit Paul Gugelmann

Nur Personen oder Institutionen, die ihm etwas bedeuten, können seine Objekte erwerben.

Sein Werken ist für den Fotografen inszeniert. Er verrät, dass das Fernsehen ihn einmal eine Woche lang begleitet und daraus einen 10minütigen Film gemacht hat. Und seine Meinung über Fotografen ist, dass die manchmal sehr kompliziert seien. Entweder verläuft diese Session anders oder er lässt sich nichts anmerken, auf jeden Fall macht er mit und nimmt die Anweisungen entgegen.

Nach etwa einer Stunde meint er aber bestimmt: ‘So, jetzt ist Schluss!’ Wir gehen zurück ins Wohnzimmer und schnell wird klar. Zum Fachsimpeln gehört ein Getränk dazu, es ist nicht Wein: ‘Wegen des Tannins kann ich keinen Wein trinken, darum schenken mir die Leute immer Schnaps. Mein Schrank ist voll davon. Darf es ein Zwetschgenschnaps sein?’

Überall stehen Objekte seines Schaffens, so auch die Figur Jedermann, die die Vergänglichkeit des Lebens symbolisiert, die für ihn zum Alltag gehört: ‘Es ist gut, dass jeder irgendwann gehen muss. Als einziger übrig zu bleiben, das wäre nicht schön. Der Tod ist kein schlimmer Gedanke für mich.’

All seine Objekte trägt Paul Gugelmann bereits im Kopf mit sich, bevor sie Realität werden. Eine Zeichnung fertig er an, das ist alles – kein Plan, nichts, nur die Vorstellung im Kopf.

Darum ist er auch noch nicht pensioniert, wie er von sich selbst sagt. Täglich ist er in seinem Atelier an seinen Objekten. Früher hat er seinen Beruf gehabt und daneben die Maschinen entworfen, von 5 Uhr morgens bis Mitternacht. ‘Jetzt arbeite ich von 7 Uhr bis 10 Uhr abends. An der Arbeit muss man Freude haben.’ Die hat Paul – inzwischen sind wir beim DU angelangt –  offensichtlich immer noch. Die Vorstellung, nicht mehr arbeiten zu können und vielleicht in einem Altersheim vor sich hinzudämmern, ist für ihn eine grauenhafte. Er stellt die Situation pantomimisch dar. Die Geste sieht lustig aus, aber sie ist für Menschen seines Alters oft bittere Realität. Paul Gugelmann ist sich seiner privilegierten Situation bewusst.

Darum beschäftigt ihn, wie andere Menschen mit der Pensionierung umgehen. Er rät mir eindringlich, mich auf diesen Schritt vorzubereiten: ‘Ich kenne viele, die gesagt haben:  Ich mache nach der Pensionierung nichts mehr!’, und die auch nichts mehr gemacht haben. Das ist furchtbar. Und es gibt auch jene, die in ihrem Arbeitsalltag auf die Pensionierung warten, das ist schrecklich!’

Vor 25 Jahren ist sein Museum in Schönenwerd eröffnet worden. Zuvor sind all seine Maschinen bei zu ihm Hause in Kisten verpackt herumgestanden. In der alten Kornschütti haben einige von vielen ein Zuhause erhalten, die andern sind immer noch in seinem Haus. Was hält er von seinem Museum? ‘Ich hätte damals nie gedacht, dass das Museum so lange Erfolg haben wird; dass sich so viele Freiwillige für Führungen finden lassen und dass so viele Besucher kommen!’

Paul Gugelmann ist ein scharfer Beobachter und das findet sich in seinen poetischen Maschinen wieder. Sein Blick geht aber darüber hinaus. Hier ein paar Stichworte:

Digitalisierung: Das brauche ich nicht, ich habe nie einen Computer gehabt. Aber für die Weiterentwicklung der heutigen Zeit ist sie absolut nötig.’

Religion: ‘Ich bin reformiert und zahle meine Steuern, damit andere davon profitieren. Aber ich gehe nicht in die Kirche.’

Technisches Verständnis: ‘Als Werbe-Designer habe ich viel von meinem technischen Verständnis profitiert. Ich konnte dann selbst an die Nähmaschine sitzen und die Realisierbarkeit beweisen, wenn es wieder mal geheissen hat: Das geht nicht!’

In der Küche hängt eine Urkunde der Gretzi Chuchi, die ihn als Ehrenmitglied auszeichnet. Er ist häufiger, aber nicht regelmässiger Gast. ’Dann helfe ich mit. Ich kann aber kochen, meine Frau ist verstorben.’

Der Besuch geht zu Ende. 2 Bilder bleiben in Erinnerung:

Paul Gugelmann steht bei der Verabschiedung im Rahmen der Garagentüre. Der Blick ist fixiert, die Arme sind in die Hüften gestemmt, die Füsse fest auf dem Boden.

Und das Loch in der Glasscheibe des Ateliers, entstanden durch ein Metallteil, das bei Schleifen weggeschleudert worden ist.

Beide Bilder zeigen einen Menschen voller Überzeugung, Energie, kritischer Distanz, Selbstbewusstsein und Tatendrang.

Alles Gute zum Geburtstag. / HS

Vielseitiges Corona – Die Auflösung

Corona ist mehr als nur ein Virus.: Bier und ….. Lesen Sie jetzt die Erklärungen des vielseitigen Begriffes ‚Corona‘.

Falls Sie nicht recherchiert haben, wie omnipräsent das Wort Corona – besonders in der Vergangenheit – gewesen ist – hier die Auflösung; die Liste ist nicht vollständig. Wer sucht, findet immer wieder neue Corona-Bedeutungen, z.B.: „corona civica“ , ein Gruppe junger Menschen, das Königreich Korona, Hautausschlag …. / HS