5G – Umfrage: Vorwärtsstrategie oder Abwarten?

FOG hat erstmals eine Umfrage lanciert. Das Thema war die 5G-Technologie. Die IG Weid bekämpft eine neue Sendeanlage. Was kann Gretzenbach daraus lernen?

Zunächst dies: Unabhängig von der Umfrage ist der Gemeinderat bereits aktiv geworden und hat am 21. Januar beschlossen, auf gemeindeeigenen Parzellen und Gebäuden in der Wohnzone keine Antennen 4G oder 5G zu bewilligen.

Am 29. Januar hat eine Debatte im Solothurner Kantonsrat die Erkenntnis gebracht, dass der Kanton für 5G nicht zuständig ist.

Nun zur Umfrage: Bis zum 1. Februar haben 43 Menschen ihre Meinung über die 5G-Technologie mitgemacht. Hier die Resultate:

Die Umfrage ist am 1. Februar geschlossen worden

Die Umfrageergebnisse sind eine Momentaufnahme und absolut nicht repräsentativ, dafür haben zu wenige Personen mitgemacht. Trotzdem wagen wir uns an eine Auseinandersetzung mit dem Thema:

– Es wäre leicht gewesen, das Umfrageresultat deutlich und einseitig ausfallen zu lassen. Die IG Weid vertritt rund 200 Einsprecher gegen die geplante Sendeanlage bei der Garage Weid. Hätte diese Gruppe öffentlichen Druck aufbauen wollen, würde das Resultat anders aussehen.

20 Minuten hat im November 2019 fast 13’000 Personen zu ihrer Einstellung bezüglich des flächendeckenden 5G-Ausbaues befragt. Die Ergebnisse zeigten, dass 54% der Befragten sich gegen den 5G-Ausbau geäussert haben. Unsere Resultate bewegen sich in einem ähnlichen Rahmen. Da drängt sich die Frage auf, ob das nur Zufall sei.

– Die Gemeinde hat für das Dorfzentrum eine Befragung der Bevölkerung lanciert, vielleicht lohnt sich ein ähnliches Vorgehen bei der 5G-Technologie?

– Die Umfrage von 20 Minuten liefert einen möglichen Ansatz: 53% der Befragten hatten sich für ein Moratorium ausgesprochen, d.h. für ein befristetes Einfrieren des Ausbaus von 5G. Ein Moratorium gäbe auch Gretzenbach Gelegenheit, in Erfahrung zu bringen, was alles möglich ist und wie einzelne Kommunen mit dem Thema umgehen. An verschiedenen Orten ist bereits ein Moratorium eingeführt worden, so lange, bis vom Bund erwartete Antworten eintreffen.

– Ein Blick über die Gemeindegrenzen lohnt sich. Kestenholz hat im Zonenreglement vom April 2018 festgehalten, dass Mobilfunkanlagen nur in der Gewerbe- und Industriezone und in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen gestattet sind.

– In Mahren liegt auch ein Baugesuch für eine Funkantenne auf, die Chancen für eine Bewilligung werden als gut eingestuft, trotz erheblichem Widerstand dagegen. Daraus kann man ableiten: Die einzelnen Gemeinden des Niederamtes schauen für sich, der Blickwinkel des gesamten Region wäre vielleicht der bessere.

Es lohnt sich also, wenn der Gemeinderat und die Einwohner Zeit bekommen, sich objektiv mit dem Thema zu befassen und Lösungen rechtzeitig zu erarbeiten, denn der globale Druck für diese Technologie ist gross. Die Ortsplanungsrevision befindet sich in Gretzenbach zwar in einem fortgeschrittenen Stadium, neue Erkenntnisse sollten dennoch Platz darin finden können.

Packen wir das Thema an, bevor wir vor vollendeten Tatsachen stehen. / HS