1. August-Feier: Dreifacher Aufruf zu einem Engagement in der Gemeinde!

Die Feier zum Nationalfeiertag ist rege besucht worden und konnte bei idealem Wetter stattfinden. Im Zentrum standen die Jungbürgerinnen und Jungbürger. Sie, der Moderator und der Musikverein riefen die Anwesenden zu einem Engagement auf.

Gegen 300 Personen versammelten sich ab 11 Uhr unter den Bäumen beim Schulhaus. Eigeladen hatte der Gemeinderat, organisiert worden ist der Anlass – turnusgemäss – von Fokus Gretzenbach. Das Essen ist von der Gemeinde offeriert und vom Ehepaar Schneider zubereitet worden. Den Getränkeausschank und das Kuchenbuffet betreute die CEVI.

Um 13 Uhr eröffnete der Musikverein Gretzenbach die offizielle Feier, die von Gemeinderat Kurt Spielmann moderiert worden ist. In seiner Einleitung richtete er einen Appell an alle anwesenden und abwesenden Gretzenbacherinnen und Gretzenbacher, sich in irgendeiner Form und Partei für unser Dorf zu engagieren.

Die Festrede wurde von den beiden Jungbürgerinnen Marina De Franceschi und Livia Suter gehalten. Die Rede ist am Schluss im Original abgedruckt – im Solothurner Dialekt. Es braucht vielleicht etwas Übung zum Lesen, viel Spass.

14 Jungbürgerinnen und Jungbürger legten das Gelöbnis auf den Kanton Solothurn ab. Von Vizeammann WalterSchärer erhielten sie die Bundesverfassung überreicht.

Als Anerkennung der Leistungen, die Gretzenbach in den letzten 18 Jahren für diese jungen Erwachsenen erbracht hatte, reinigten sie als Projekt das Schulareal. Sie sammelten einen halben Sack voll, vorwiegend mit Papierchen und Zigistummeln. Ihr Appell war denn auch: Tragt alle Sorge zur Umwelt Gretzenbachs.

Zum Schluss meldete sich noch Michael Gugger, der Präsident der MVG, zu Wort. Sein Aufruf richtete sich an alle ehemaligen, verkannten, mutigen, neugierigen … Bläserinnen und Bläser. Der Musikverein sucht Nachwuchs. Aus diesem Grund findet am 31. August um 17 Uhr in der Bibliothek Meridian ein Machmit-Konzert statt. / HS

Festrede zum 1. August 2019, vorgetragen von Marina De Franceschi und Livia Suter

De Johrgang 2001 werd i däm Johr 18i. No dis no eine noch em andere wärde mer voujährig.

Liebi Gretzebacherinne liebi Gretzebacher, liebi Bsuecherinne ond Bsuecher.

Wie lang esch es här, as der d Voujährigkeit erreicht heit? Wie het d Wäut damaus för nech usgseh? Velech heit der Sache aus wechtig empfunde wo der höt ned mau me beachtig schänket. Doch egal was mer mache, mir sind am Prinzip vo de Zyt unterläge. Egal was mer mache, d Zyt got verbi. So oder so erwachse werd jede, öb mes wott oder ned. Voujährig werd jede ergendeinisch. Doch was heisst voujährig denn öberhaupt? Das dönt jo fasch eso, as wörs nochär nömm wiiter goh, aber wen i do so id Rondi luege, gsehni jo as das ebe ned de fau esch. För üs heissts „Jetzt erscht rächt!“ Mer schliesse plus minus om s 18te Läbensjohr üsi ersti Usbeldig ab, hei velech scho mau chli Härzschmärz gha, si secher scho mau ine Situation cho, wo mer hei müesse verantwortig öbernäh ond hei scho die eint oder anderi Erfahrig gmacht, wo me velech lieber ned het wele mache. Au das ghört zom erwachse wärde dezue. Aber wieso het me die Grenzi grad bi 18 festgleit? Wieso isch me mit 18 erwachse? I anderne Länder esch es erst 21.  Plötzlech esch me rächtsmündig, handligsfähig ond d Briefe, wo bes jetzt a s Mami ond de Papi gange si, si plötzlech a eim säuber adressiert.

Doch was esch andersch met 18i in Gretzebach?
Om die 18i ome faht s Nachtläbe ah, de Radius vom Usgang erstrekt sech vo Oute bes uf Aarau, bem eint oder andere sogar uf Zöri oder Lozärn. Uf jede Fau hets de Rahme vom „Tschutte bem Rote Platz“ scho längstens gsprängt. Me goht sech im Spar velech es Bier go boste, wenn me zom Grilliere ad Aare goht, ond nömm es Säckli met Schläckzüg, wo me sech met m hert ersparte Sackgäud gönnt. Geburstagspartys si plötzlech lüüter ond wöuder aus jede Musikstopp, wo me be de beste Fröndin i de Stobe jeh gspöut het! Mit 18 isch me natürlech ned nome a de Partys und sufft sech d Bere wäg, i däm Hirni hets nämli so einiges drin.

Bis zum 18. Lebensjahr wird üs nid nume vell i de Schuel bibrocht, mer wärde au selber aktiv und merke, was um eus ome passiert. Mer nemmets ou met andere Auge wohr, als vor 10 Johr, wo mer igschuelt worde sind. S fötzele früener i de Primar hemmer nie verstande: Frau Lehrerin wieso möm mer eusi Zyt dermit verschwände, anderne ehre Abfall wägznä? Das isch ned eusi Sach, mir sind‘s ja nid gs!
Vellecht heisst au das volljährig si. Das me weniger an sich selbst denkt, vell meh as Wohl vo de Gmeinschaft. Aber au dass me witer als nume vor d Nasespitze denkt. Dass me Probleme wie de Klimawandel apackt und si nid eifach als Fakt agseht. Das mitunter isch ou de Grond gsi, weshalb mer uns als gmeinsames Projekt vorgnoh hend, Gretzebach weder es bezzli vom Abfall zbefreie. Das wo mer früener nid gärn gmacht hei uf däm Areal, hemmer jetzt verstande und‘s selbstständig dürezoge.

Das isch nid nume s einzige, wo üs die Schuel do ufe Wäg het chöne gä – Do im aute Schuelhuus vo Gretzebach hei mer aui öisi akademischi Laufbahn i Ahgriff gno ond bi jedere Stufe, wo mer erreicht hei, hei mer üs nöis Wösse ahgeeignet, neui Lüüt kenne glehrt ond üs de Schlössu ghout, om e nöi Töre z öffne. Vo Gretzebach uf Schönewerd as P, E oder B, ond vo döt wiiter ane Kanti in Oute oder Solothurn oder id Lehr. Met jedem Johr no öppis meh ond jetzt, wo mer em Johr 2019, 18i wärde göutets „Jetzt erscht rächt!“

Danke a aui Lehrer, Mamis, Papis, Nochbere ond Frönde. Danke a Gretzebach, dass es üs so guet vorbereitet het uf aues, wo no chonnt. Ond au wenn mer aui s Näst verlöi ond „flügge“ wärde, vergässe mer doch nie das chline Dorf am Rand vom Solothurn, ond aui Frönde, wo met üs döt gläbt hei.